Der Hamburger SV liefert dieser Tage die Inkarnation des alten Sprichwortes „Schlimmer geht es immer“. Nachdem zuletzt sowohl der​ Brasilianer Walace, als auch der Grieche Kyriakos Papadopoulos durch Undiszipliniertheiten respektive öffentlicher Trainerkritik negativ auffielen, wird derzeit über weitere Konsequenzen für das Duo beraten. Eine Geldstrafe indes soll vom Tisch sein – aus einem einfachen, arbeitsrechtlichen Grund.


Walace soll sich zuletzt geweigert haben, der von Trainer Titz präferierten „Umschulung“ zum Innenverteidiger zuzustimmen. Nach seiner anschließenden Nicht-Berücksichtigung für den Kader gegen Hertha BSC entschied sich Walace dazu, das Spiel nicht im Stadion, sondern von zu Hause aus anzusehen. Ein Novum, das gegen „ungeschriebene“ HSV-Regeln verstieß. Daraufhin wurde der 22-Jährige vorerst in die U21 des Traditionsklubs degradiert.

Papadopoulos indes sorgte mit äußerst diskutablen Aussagen im Nachgang an die Hertha-Pleite für Aufsehen. Zunächst kritisierte er die mangelnde Kommunikation von Christian Titz, dann ließ er wissen, dass er es sich nur schwer vorstellen könne, den Gang in die zweite Liga mitanzutreten. Aussagen, die nach der Rückkehr des Griechen von der Nationalmannschaft in einem persönlichen Gespräch thematisiert werden.


Eine Geldstrafe kann der Hamburger SV allerdings nicht verhängen, erklärte der Arbeitsrechtler Horst Kletke gegenüber dem Hamburger Abendblatt. „Die Fälle von Papadopoulos und Walace sind sehr unterschiedlich. Aber gemein haben sie, dass die Verhängung einer Geldstrafe in beiden Fällen juristisch kaum durchsetzbar ist“, erläuterte Kletke. Und der Jurist weiter: „Sollte es während des Spiels eine Anwesenheitspflicht beim HSV geben, könnte der Klub sogar über eine Abmahnung nachdenken.“ 


Diese sei allerdings die Vorstufe zur Kündigung, erklärt Kletke. „Und wenn ein Verein einem Spieler kündigt, verliert er sämtliche Ablöseansprüche. So traurig das auch sein mag: Die Spieler fallen immer wieder auf die Füße, denn der nächste Klub steht meistens schon bereit.“