Es ist ein paar Jahre her, dass der FC Bayern eigene Talente nachhaltig in den Kader der ersten Mannschaft integrieren konnte. Zu lange wurde beim Branchen-Primus zu wenig Wert auf die eigene Nachwuchsarbeit gelegt. Dies hat sich inzwischen allerdings grundlegend geändert – und die ersten Früchte der Arbeit rund um den FC Bayern Campus könnten alsbald geerntet werden.


Lukas Mai ist als Kapitän der diesjährigen U19 eines der größten Talente in Reihen der Bayern. Der Innenverteidiger, der seit 2014 für die Nachwuchsmannschaften des FCB aufläuft, sprach gegenüber Miasanrot über seine ersten Schritte bei den Profis, mit denen er im Januar dieses Jahres ins Trainingslager reisen durfte. „Das war natürlich etwas Besonderes, dass ich mit den ganzen großen Namen mitfahren durfte, meine ganze Familie hat sich riesig darüber gefreut“, erklärte Mai.



Und der 17-Jährige gestand, dass er anfangs durchaus nervös war: „Als ich zum ersten Mal in die Kabine gekommen bin, war ich mir zum Beispiel noch unsicher, wo ich mich hinsetzen soll.“ Doch seine erfahrenen Mitspieler halfen Mai, die Schüchternheit alsbald abzulegen. „Sie sind auf mich zugekommen und meinten, dass ich mich nicht zurückhalten muss, ruhig frecher sein kann. Das war sehr hilfreich, mittlerweile gehe ich auch viel mehr auf alle zu und frage sie ganz offen, was ich besser machen kann.“


Insbesondere bei der Arbeit mit den Weltmeistern Mats Hummels und Jerome Boateng habe Mai schon Einiges lernen können: „Hummels hat einen sehr guten Stil und ist immer positiv. Diese Form der Kritik habe ich auch übernommen“, führte der ehemalige Dresdner aus, der zugibt, in früheren Tagen Probleme mit Kritik gehabt zu haben. Dies habe sich erst nach einem Gespräch mit Joshua Kimmich geändert.


„Er meinte, es sei am besten, wenn man die vielen Ratschläge, die einem alle möglichen Leute geben, filtert: Wenn etwas sinnvoll ist, nimmt man es an“, erklärte Mai, der sein größtes Verbesserungspotential in der Antrittsschnelligkeit sieht. Hierbei helfen auch die besseren Rahmenbedingungen im Bayern Campus, der im Vergleich zur Säbener Straße ein gewaltiger Fortschritt sei. „Mit dem Campus ist alles professioneller geworden“, schwärmt Mai, der neben den normalen Trainingseinheiten auch individuelle Einheiten im Kraftraum absolviert.


Es bleibt natürlich abzuwarten, ob und wann Lukas Mai den finalen Schritt in Richtung Profikader schafft und auch sein Pflichtspieldebüt für den Rekordmeister feiern darf. Den Schritt hin in die bayerische Metropole aber bereut Mai keinen Tag: „Ich wollte immer schon für Bayern spielen. Die waren einfach der größte Verein.“