Max Meyer wollte sich am 20. März zu seiner Zukunft äußern. Der Stichtag endete ohne Ergebnis, weil Meyer sich daran nicht mehr gebunden fühlt. Die Situation ist ungewisser denn je, ein Abschied aus Schalke wohl längst beschlossen. Parallelen zu Eric Maxim Choupo-Moting werden wach.


Frühling - die Zeit, in der die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und die Menschen mit neuem Elan dem Sommer entgegenfiebern. Am 20. März war sein kalendarischer Anfang - und der Tag, an dem Schalkes Max Meyer eigentlich seine Zukunft klären wollte. Doch so wie der Frühlingsbeginn auf sich warten lässt und sich hinter winterlichen Temperaturen versteckt, blieb auch die Entscheidung des 22-Jährigen aus.


Die selbst auferlegte Deadline ist verstrichen, welches Trikot Max Meyer ab der kommenden Saison trägt, bleibt weiter offen. Schon am vermeintlichen Stichtag hatte Schalke-Manager Christian Heidel betont, ​dass es diesen gar nicht gebe. Und auch Meyer fühlte sich offenbar daran nicht mehr gebunden. Es droht die nächste Episode im Poker um den "Schalker Jungen", die sich wohl weiter hinziehen wird.


Fest steht, Schalke hatte Meyer ein Angebot unterbreitet, das dem U21-Europameister ein Jahresgehalt von 5,5 Millionen Euro garantiert und ihn damit zum Topverdiener der Knappen gemacht hätte. Die Offerte war allerdings nur bis zum 15. Februar gültig. Meyer hatte diese Frist verstreichen lassen. Es folgte ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen seinem Berater Roger Wittmann und Christian Heidel. 


Die Parallelen zum Fall Choupo-Moting


Nun besteht auch der von Meyer genannte Tag X nicht mehr - die Zeichen stehen dennoch längst auf Trennung. Während Königsblau sich bereits nach Alternativen umschaut, Meyer aber eine Hintertür offen ließ, bietet Wittmann seinen Klienten in ganz Europa an. Der kicker sieht darin eine Parallele zum Ex-Schalker Eric Maxim Choupo-Moting. Der 28-Jährige wird ebenfalls von Wittmann beraten und war im vergangenen Jahr in einer ähnlichen Position wie jetzt Meyer: Sein Vertrag auf Schalke lief aus, Wittmann gaukelte den Schalker Verantwortlichen vor, halb Europa sei an seinem ablösefreien Klienten interessiert.

Am Ende landete Choupo-Moting in der Premier League bei Stoke City, das aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz liegt. Meyer dürfte sicherlich lukrativere Optionen haben - auch wenn sein Berater zuletzt vom FC Barcelona eine Abfuhr erhielt. Dass er sich bislang noch nicht für einen neuen Arbeitgeber entschieden hat, kann aber als Indiz gewertet werden, dass Meyer vielleicht gar nicht so heiß begehrt ist wie er glaubt und Wittmann ihm weiß machen will.


Je näher der Frühling nun tatsächlich rückt, desto unwahrscheinlicher erscheint Meyers Verbleib auf Schalke. Die Knappen dürften sich längst schon mit dem nächsten ablösefreien Abgang eines Eigengewächses abgefunden haben. Wohin dessen Weg führt, bleibt derweil spannend.