Die Eintracht-Defensive ist in diesem Jahr stabil wie kaum eine andere Abwehrreihe in der Bundesliga. Großen Anteil daran hat Simon Falette. Das Kraftpaket ist in der SGE-Dreierkette sofort zur festen Größe geworden. Auch weil er sich in der "Weltstadt Frankfurt" pudelwohl fühlt. Die Anhänger haben es ihm dabei besonders angetan.


Simon Falette wagte im vergangenen Sommer den Sprung aus seiner französischen Heimat an den Main. Bei der Frankfurter Eintracht gehört die Abwehr-Kante seither zum Stammpersonal der zweitbesten Defensive der Bundesliga. Ein Kind von Traurigkeit ist der Linksfuß nicht: Schon neun Gelbe Karten und einen Platzverweis sammelte Falette in seinen ersten 23 Ligaspielen in Deutschland. Ein Indiz, wie rigoros der 26-Jährige zur Sache geht.


Falettes Spielweise scheint bei Eintracht-Coach Niko Kovac gut anzukommen. Die beiden haben ein gutes Verhältnis zueinander entwickelt. "Ich verstehe mich sehr gut mit ihm. Er lässt uns immer hart arbeiten und weiß genau, wohin er mit seiner Mannschaft will. Letztendlich bin ich hier um zu arbeiten, also trifft das zu", meinte Falette im Gespräch mit dem Klubmagazin Eintrac​ht vom Main.

Von seinem Schritt ins Ausland zur Eintracht ist Falette deshalb weiter voll überzeugt - auch weil er sich in der neuen Umgebung gut eingelebt hat. "Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl. Es ist eine moderne Stadt, die immer noch ihren alten Charakter beibehält. Vor allem die Skyline ist sehr imposant. Ich genieße es, in der Freizeit am Main entlang zu laufen", berichtet der dreifache Familienvater. Der Unterschied zu Metz, wo Falette zuvor unter Vertrag stand, sei riesig. "Frankfurt ist viel größer, eine Weltstadt. Aber das Wetter ist generell ziemlich ähnlich", so der 26-Jährige.


Die Gründe für seinen Wechsel nach Frankfurt seien zum einen Falettes Wunsch nach einer Auslands-Station gewesen, zum anderen wegen der Entwicklung der SGE. "Wir waren der Meinung, dass die Eintracht ein guter Verein ist. Also haben wir genau geschaut, wie der Klub in der vergangenen Saison abgeschnitten hat. Wir haben gesehen, dass der Verein sehr aktiv auf dem Transfermarkt war und viele gute Spieler verpflichtet hat. Daraufhin haben wir beschlossen, hierher zu kommen", erzählt Falette über die Gespräche mit der Familie und seinem Berater. 


Falette träumt vom Pokalfinale in Berlin


Der Erfolg steht bei "Arbeiter" Falette, dessen Vater schon Fußballprofi in Frankreich war, an erster Stelle. Mit Rang vier in der Bundesliga und der erneuten Halbfinal-Teilnahme im DFB-Pokal könnte es für die Eintracht und ihn persönlich kaum besser laufen. Vollmundige Ansagen kann man vom 26-Jährigen deshalb aber nicht erwarten. "Wir schauen von Spiel zu Spiel, um noch möglichst viele Zähler zu sammeln, nicht nur für uns, sondern besonders für unsere Fans", spricht er in Musterschüler-Manier über die Ziele für den Saisonendspurt. 


Gerade die Anhänger der Eintracht haben es Falette angetan. "Unsere Fans sind fantastisch. Es ist wichtig, sie zu haben. Sie kommen massenweise ins Stadion und helfen uns, Punkte zu sammeln. Wir haben sehr viel Glück, solche Fans zu haben", ist der Franzose begeistert von der Unterstützung auf den Rängen. "Wir können es immer kaum erwarten, bis das Spiel angepfiffen wird und wir unsere Fans singen hören und sehen, wie sie uns unterstützen. Manchmal bekommt man eine echte Gänsehaut, weil die Fans so viel Leidenschaft zeigen."

Viel Leidenschaft verspricht er auch gegen den FC Schalke. Bei den Knappen kämpft die Eintracht am 18. April um den zweiten DFB-Pokal-Finaleinzug in Folge. "Ich hoffe, dass viele Fans uns begleiten werden, um uns dort zu unterstützen. Wir wollen wie letztes Jahr das Endspiel erreichen. Auch wenn wir im Finale gegen den BVB verloren haben - in einem Spiel ist immer alles möglich." Über das kommende Duell habe er sich bereits mit einem Schalker Kollegen ausgetauscht. "Es ist ein Auswärtsspiel und ich habe schon mit Amine Harit darüber gesprochen, den ich sehr gut kenne. Wir waren uns einig, dass es für uns ein schweres Spiel sein wird - vor allem, weil es auf Schalke ist."


Kumpel Harit kann er Mitte April auf Deutsch begrüßen. Wenn er in hessischer Art "Gude" zum marokkanischen Nationalspieler sagt, wird dieser ihn aber wohl kaum verstehen. Auch Falette tut sich mit der neuen Sprache noch schwer. Aber wie auf dem Platz arbeitet er auch daran hart. "Es ist meiner Muttersprache nicht ähnlich. Ich lerne jede Woche etwas Neues und hoffe, dass es sich lohnt. Bis Jahresende möchte ich alles verstehen. Es gibt viele Ausdrücke, die ich lustig finde. 'Servus' zum Beispiel."