Die Länderspielpause kommt für Borussia Mönchengladbach zur rechten Zeit. Die Verletzten sollen ihre Wunden lecken, der Blick ist auf die letzten sieben Spiele gerichtet. Für Fohlen-Sportdirektor Max Eberl war das 3:3 gegen Hoffenheim ein wichtiges Lebenszeichen in einer "schwierigen Phase". Die Mannschaft lebt und soll im Saison-Endspurt ihr Potenzial abrufen.


Das ​spektakuläre 3:3-Remis gegen 1899 Hoffenheim war ein Spiegelbild der bisherigen Saison - dabei waren sich in Gladbach alle einig. Die Achterbahnfahrt der Fohlen wurde in 90 Minuten zusammengefasst: Dreimal gingen die Gäste aus dem Kraichgau in Führung, dreimal kam die Borussia zurück. Zuletzt in der Schlussminute durch eine der wenigen Gladbacher Konstanten Matthias Ginter. Heraus kam eine Punkteteilung, die Gladbach auf den ersten Blick nur wenig nützt. 


In der Rückrunde musste das Team von Dieter Hecking auch wegen der vielen Verletzungssorgen abreißen lassen, die anvisierte Europapokal-Rückkehr ist in Gefahr. Gladbach liegt nur noch auf Rang neun, dank der Konstellation im DFB-Pokal-Halbfinale könnte aber schon Platz sieben für die Europa League reichen. Dort steht derzeit Hoffenheim - der Rückstand auf die TSG beträgt nach der Punkteteilung vom Samstag weiter drei Zähler.


Sportdirektor Max Eberl spricht drei Tage nach dem emotionsgeladenen Duell mit dem direkten Konkurrenten dennoch von einem "Zeichen", das man gesetzt habe in einer "nicht einfachen Phase". Es habe ihm sehr imponiert, wie sich die Mannschaft "mit ungeheurer Moral gegen die drohende Niederlage gestemmt" habe. "Man hat nicht aufgegeben", lobt Eberl. "Die Art und Weise, wie dieser Punkt geholt wurde, ist ein wichtiger Fingerzeig nach außen. Hier ist eine Mannschaft, die lebt, die arbeitet und die versucht, über Hindernisse hinweg zu gehen. Deshalb war es ein wichtiges Spiel", glaubt der 44-Jährige.

Schon vor dem Last-Minute-Ausgleich hatte sich der Fohlen-Manager zu einer Verbal-Attacke gegen TSG-Coach Julian Nagelsmann hinreißen lassen. Als "kleinen Pisser" bezeichnete er den Gäste-Trainer, ​entschuldigte sich aber im Anschluss für seinen Fehler. Nagelsmann hatte die Entschuldigung angenommen - vonseiten des DFB erwartet Eberl dennoch ein ​Ermittlungsverfahren.

"Wir haben Potenzial zu mehr"


Weiter zurückblicken auf die vergangenen Ereignisse will Eberl aber nicht. Der Fokus liege auf den verbliebenen sieben Bundesligapartien. "Wir müssen dann jedes Spiel einzeln als Herausforderung angehen und das Bestmögliche rausholen. Darauf müssen wir uns konzentrieren", fordert Eberl. Jeder wisse, dass diese Mannschaft, wenn alles optimal läuft, Potenzial zu mehr hat.


Die Länderspielpause kommt den Fohlen dabei nicht ungelegen. "Diese 14 Tage tun uns jetzt richtig gut", sagt Eberl. Es gebe den vielen Verletzten und Rekonvaleszenten Zeit, wieder an die Mannschaft heranzukommen und sich im Training Spielfitness zu holen. Am 1. April geht es dann weiter mit dem Auswärtsspiel in Mainz (Sonntag, 18 Uhr). "Wir wissen, dass wir auf einen Gegner treffen werden, der einen Heimsieg dringend benötigt und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wird. Wir müssen diesen Fight annehmen, aber gleichzeitig unsere fußballerischen Qualitäten auf den Platz bringen. Dann haben wir eine große Chance, in Mainz zu bestehen", meint Eberl mit Blick auf die jüngsten Negativergebnisse der Rheinhessen.


Ein Sieg gegen die Nullfünfer und die Europa-Träume am Niederrhein könnten neue Nahrung erhalten. Eberl misst den Erfolg aber nicht allein an der Rückkehr ins obere Tabellendrittel. "Nachhaltigkeit und Kontinuität sind neben großartigen Erfolgen wie Europapokalteilnahmen, sei es Champions League oder Europa League, ein sehr wichtiger Schritt in der Entwicklung unseres Vereins", betont der Fohlen-Manager.