Mohamed Salah ist auf dem besten Weg, alle Tor-Rekorde beim FC Liverpool zu brechen - und in die Riege der absoluten Superstars in Europa aufzusteigen. Längst dürften Real Madrid und der FC Barcelona den Ägypter ganz oben auf der Liste haben. Der FC Liverpool will einen Abgang à la Philippe Coutinho aber mit aller Macht verhindern. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen.


Von dieser Entwicklung konnten der FC Liverpool und Jürgen Klopp nur träumen. Als die Reds im vergangenen Sommer Mohamed Salah für 42 Millionen Euro von der AS Rom verpflichteten, hatte der Ägypter zwar zwei starke Spielzeiten in Italien absolviert, zuvor in der Premier League beim FC Chelsea blieb dem Außenstürmer der Durchbruch aber verwehrt.


Im zweiten Anlauf auf der Insel sollte alles besser werden: Salah legt eine ​furiose Rekord-Saison hin - nicht erst seit seinem ​Viererpack am vergangenen Samstag gegen den FC Watford. Der Reds-Stürmer ist auf dem Weg, alle Klub-Rekorde zu brechen und zum erfolgreichsten Angreifer Europas zu werden. In der Premier League führt er die Torjägerliste mit 28 Toren vor Harry Kane (24) an und liegt damit auch im ​Rennen um den Goldenen Schuh vorne. 36 Treffer gelangen ihm bislang in allen Wettbewerben - mehr als Lionel Messi (34), Edison Cavani, Cristiano Ronaldo (beide 33) und Robert Lewandowski (32).

Klopp scheut den Vergleich mit Messi - noch


Nicht von ungefähr wurden nach seiner Tor-Gala gegen Watford Vergleiche mit Messi laut. Salah ist ein ähnlicher Spielertyp wie der argentinische Weltstar: Schneller Antritt, dribbelstark und endlich auch gut im Abschluss. In Rom und vor allem beim FC Chelsea zuvor, waren die vielen vergebenen Chancen noch das größte Manko des 25-Jährigen.


Sein Trainer möchte von einem Vergleich mit dem fünffachen Weltfußballer dennoch (noch) nichts wissen: "Ich denke nicht, dass irgendjemand mit Messi verglichen werden möchte. Er zeigt seine Klasse schon seit gefühlt 20 Jahren. Aber Mo ist auf dem Weg. Das ist gut", versuchte Jürgen Klopp nach Salahs Vier-Tore-Auftritt vom Wochenende die Erwartungshaltung etwas zu dämpfen.


Die Euphorie an der Anfield Road rund um den neuen Star-Stürmer ist aber kaum zu bremsen. Bei den Anhängern und den britischen Medien mischt sie sich eher mit der Sorge, Salah könnte bald den Sprung nach Spanien wagen. So wie schon bei etwa Xabi Alonso, Javier Mascherano, Luis Suarez und zuletzt Philippe Coutinho glaubt man in England, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis Real Madrid und der FC Barcelona im Werben um den Ägypter ernst machen.

Dem will der FC Liverpool allerdings mit aller Vehemenz widerstehen. Anders als noch bei Coutinho, als die Reds nach sechs Monaten nachgaben und einem Transfer zu Barça zustimmten, gilt Salah als unverkäuflich. Nach den Spekulationen des ​Telegraph hat das gleich mehrere Gründe: Zum einen besitzt der Rekord-Stürmer noch einen Vertrag bis 2022. Der allein schützt aber nicht unbedingt vor einem Abgang - wie man auf dem explodierenden Transfermarkt jüngst sehen konnte.


Liverpool will zurück in die europäische Elite


Viel schlagkräftiger sind andere Argumente: Der Traditionsklub von der Merseyside will wieder zurück in die absolute Elite Europas. Weg vom Klub, bei dem Spieler den letzten Schritt zum Weltstar gehen können, bevor sie zu einem Welt-Klub wechseln, hin zu eben solch einem Big Player. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben. Unter Klopp spielt Liverpool einen attraktiven und erfolgreichen Offensiv-Fußball. Große Unterstützung erfahren die sportlich Verantwortlichen um den Ex-BVB-Coach auch von den Eigentümern. Die Fenway Sports Group will die geplante Entwicklung zurück zu einem der führenden Vereine Europas vorantreiben.

Die finanzielle Situation ist dabei so gut wie noch nie. Der Verkauf von Coutinho brachte mindestens 120 Millionen Euro ein - die Ablöse wird durch Bonuszahlungen aber aller Wahrscheinlichkeit nach auf 150 bis 160 Millionen steigen. Zudem brachte der Einzug ins Champions-League-Viertelfinale knapp 57 Millionen Euro ein. Mit diesen Mitteln seien nicht nur weitere Spieler-Transfers garantiert, sondern auch, dass man keinen Star mehr abgeben muss, glaubt der Telegraph. Liverpool wird im kommenden Sommer auf große Einkaufstour gehen, so die britische Zeitung. Die wichtigste Personalie wird aber der Verbleib von Salah sein - Liverpool wird alles dafür tun.