Es war die wohl dümmste Aktion des 27. Spieltags: Leverkusens Stürmer Lucas Alario ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen und schlug dem Kölner Verteidiger Dominic Maroh hinter dem Rücken von Schiedsrichter Harm Osmers seinen Ellbogen ins Gesicht – und das in Zeiten des Videobeweises! Nach Betrachtung der Fernsehbilder entschied der Referee berechtigterweise auf Platzverweis – Heiko Herrlich muss die Suppe nun auslöffeln und für das kommende Ligaspiel umstellen.


Während die Bundesliga ruht und einige Spieler derzeit auf Länderspielreise sind, kann Leverkusens Cheftrainer Heiko Herrlich austüfteln, wie er Lucas Alario ersetzen wird. Im rheinischen Derby mit dem 1. FC Köln sah der Argentinier nach einem Ellbogenschlag die Rote Karte, nun ist er vom DFB für drei Spiele gesperrt worden – weshalb sich die Frage nach Herrlichs Alternativen stellt.


Volland nach Sonderurlaub wieder mit an Bord


Zunächst ist der Ausfall des Mittelstürmers enorm ärgerlich: Alario befand sich zuletzt auf dem aufsteigenden Ast, war an den letzten vier Bayer-Toren jeweils direkt beteiligt und überzeugte insgesamt mit acht Saisontreffern sowie sechs Vorlagen. Für das kommende Liga-Duell mit dem FC Augsburg könnte allerdings Kevin Volland eine Position vorrücken und wieder in vorderster Front agieren. Der 25-Jährige ist mit zehn Treffern Leverkusens Top-Torjäger – kein anderer beim Werksklub traf so oft wie er. Wenn der Linksfuß - der jüngst gefehlt hatte weil er Vater wurde, zuvor aber auf der Zehn spielte - wieder ins Sturmzentrum rückt, könnte Kai Havertz in Herrlichs Startelf bleiben und Vollands bisherige Aufgabe, wie schon in Köln, übernehmen.

Bayer 04 Leverkusen v SC Freiburg - Bundesliga

Treffsicher: Kevin Volland konnte bereits zehn Saisontreffer markieren


Des Weiteren könnte Herrlich auch positionsgetreu wechseln und Joel Pohjanpahlo eine Chance geben. Der junge Finne bleibt bei Bayer momentan weitestgehend außen vor und kommt über seine Reservisten-Rolle nicht hinaus – weshalb ihm der Alario-Ausfall eine neue Gelegenheit bieten könnte. Zu guter Letzt wäre da noch Stefan Kießling. Der Routinier, der seine Karriere im Sommer beenden wird, kommt aktuell auf 40 Pflichtspielminuten in dieser Saison und spielt in den Planungen von Trainer Herrlich keine Rolle – ein Einsatz ist daher auch in den kommenden Ligapartien nicht naheliegend.