Im Duell Meister gegen Vizemeister rotierte Bayern-Coach Jupp Heynckes einmal mehr. Sebastian Rudy und Juan Bernat bekamen ihre Chance in der Startelf, konnte diese allerdings nicht nutzen. Beide Dauer-Reservisten blieben blass - es droht die Zuschauerrolle in der entscheidenden Saisonphase.


Der FC Bayern ging beim ​1:2 in Leipzig mal wieder als Verlierer vom Platz. Unter Jupp Heynckes war es erst die zweite Pleite für den Rekordmeister, der dennoch weiter unangefochten an der Tabellenspitze thront. Vor der Länderspielpause schonte der Bayern-Coach unter anderem Torjäger Robert Lewandowski, Franck Ribery und auch Javi Martinez, der im defensiven Mittelfeld eine Pause erhielt.

Anstelle des Spaniers rückte Sebastian Rudy in die Startelf. Für den Nationalspieler, der auch bei den anstehenden Testländerspielen gegen Spanien und Brasilien im DFB-Aufgebot steht, war es das erstes Spiel von Beginn an seit dem 23. Spieltag in Wolfsburg Mitte Februar. Für weitere Startelf-Einsätze im entscheidenden letzten Saisonabschnitt konnte sich der Confed-Cup-Sieger jedoch nicht empfehlen.


Auf den ersten Blick waren seine Statistiken gegen den Vizemeister zwar ordentlich. Rudy spulte 11,19 Kilometer ab, brachte 83 Prozent seiner Pässe an den Mann und gewann knapp die Hälfte seiner Zweikämpfe. In den entscheidenden Situationen agierte er allerdings unglücklich und konnte so den Bayern bei der letztlich verdienten Pleite nicht die nötige Stabilität verleihen.


Vor dem 1:1-Ausgleichstreffer durch Naby Keïta hätte der 28-Jährige energischer klären müssen und auch beim 2:1 durch Nationalmannschaftskollege Timo Werner konnte Rudy nicht eingreifen und ließ Kevin Kampl zuvor trabend an sich vorbeiziehen. Die Aussichten auf Spielpraxis, vor allem in den wichtigen Partien, haben sich für Rudy nicht verbessert.

Bernat keine echte Alternative als Linksaußen


Ein ähnliches Urteil kann man auch über Juan Bernat fällen. Der 25-Jährige blieb bei seinem siebten Saisoneinsatz blass  - alle Partien absolvierte er bislang in der Bundesliga-Startelf. In der Champions League und im DFB-Pokal ist er dagegen noch ohne Einsatz. Wie schon beim letzten Auswärtsspiel in Freiburg durfte Bernat erneut auf der Ribery-Position als Linksaußen ran. Und wie schon beim 3:0-Erfolg im Breisgau spielte der Spanier unauffällig. Nach gut einer Stunde war sein Arbeitstag beendet.


Null Toschüsse, null Torvorlagen und 32 Ballkontakte hieß seine dürftige Bilanz zuvor. Am Offensivspiel seiner Mannschaft war Bernat nur selten beteiligt, Torgefahr strahlte er dabei überhaupt keine aus. So muss wohl auch Heynckes eingestehen, dass Bernat keine adäquate Alternative auf dem offensiven Flügel darstellt. Dort sind die Bayern nach dem Saison-Aus von Kingsley Coman dünn besetzt - in der heißen Phase der Saison muss es Altmeister Franck Ribery richten. Für Bernat bleibt wohl nur die Rolle der vergangenen Jahre als Backup von David Alaba auf der Linksverteidiger-Position.