​Am heutigen Montag mussten sich einige aktuelle und ehemalige BVB-Akteure mit einem ihrer schlimmsten Tage befassen und im Prozess gegen den BVB-Bomber ihre Aussagen machen. Dabei nahm der ehemalige Borusse ​Sven Bender keinen Blatt vor den Mund und kritisierte die Entscheidung, kurz nach der Tat bereits wieder spielen zu müssen.


Dabei schilderte der 28-Jährige seine Erlebnisse am Tag des Anschlags auf den BVB-Bus und unterstrich, wie traumatisch das Attentat für ihn und seine Teamkollegen gewesen war. "Ich habe bei der Abfahrt wie immer aus dem Fenster geschaut. Kurz nach der Einfahrt zum Parkplatz habe ich direkt in ein grelles Licht geschaut. Ich habe die Hecke wegfliegen sehen und bin nach links gedrückt worden. Das war ein kurzes Licht, ein lauter Knall und dann kam schon was auf uns zugeflogen", so der Defensivspieler laut der Zeitung Der Westen.

Die Entscheidung der Offiziellen des Traditionsvereins, bereits am nächsten Tag ihre Mannschaft wieder in der Champions League auflaufen zu lassen, bezeichnete der Deutsche auf Nachfrage des Richters heute als "unglücklich".


Dabei kritisierte der siebenfache Nationalspieler die Entscheidung, weil dadurch die Spieler keinerlei Zeit hatten, die Geschehnisse zu verarbeiten. "Wir mussten schnell wieder im Alltag sein. Das Thema wurde schnell abgehakt. Viele haben sich dadurch verschlossen.“ Man habe einen Fehler gemacht und hätte "nicht spielen sollen. Das war eine sehr unglückliche Entscheidung. Wir haben das falsch eingeschätzt."

Auch seine ehemaligen Teamkollegen Marcel Schmelzer und Felix Passlack schilderten im Zeugenstand ihre Eindrücke. Passlack offenbarte, die Explosion habe alle "sehr erschreckt und der getroffenen ​Marc Bartra habe geschrien. Als Folge habe der 19-Jährige lange Angstzustände gehabt und nicht schlafen können. BVB-Kapitän Marcel Schmelzer sprach davon, dass man später erkannt habe, dass man "großes Glück" gehabt hatte, dass nichts schlimmeres passiert sei. Auch er zucke bei lauten Geräuschen "noch immer zusammen".


Bei dem Anschlag am 11. September 2017 hatte der Täter im Umfeld des Mannschaftsbusses des BVB drei Sprengsätze gezündet. Durch die Explosion waren ein Polizist und BVB-Profi Marc Bartra verletzt worden.