Am Sonntagabend gelang RB Leipzig im fünften Anlauf der erste Sieg gegen den FC Bayern München. Vor heimischem Publikum feierten die 'Roten Bullen' einen ​durchaus verdienten 2:1-Erfolg. Die über weite Strecken enttäuschenden Gäste mussten nach 18 Pflichtspielen wieder einmal eine Niederlage hinnehmen. RB-Coach Ralph Hasenhüttl wählte gegen den deutschen Rekordmeister ein neues Spielsystem und wurde für seine mutige Aufstellung belohnt. 


Der Leipziger Übungsleiter ließ seine Mannschaft zum ersten Mal in dieser Saison in einem 3-4-3-System auflaufen. Nach dem Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League am Donnerstagabend blieb Hasenhüttl mit seiner Mannschaft allerdings nicht viel Zeit, um die neue Formation einzustudieren. Die Trainingseinheit am Samstagnachmittag stellte die einzige Möglichkeit dar. 


"Die große Frage war: Verunsichern wir die Jungs damit oder helfen wir ihnen damit gegen einen Gegner etwas zu holen, gegen den wir bislang nix geholt haben", wird der 50-Jährige von RBlive zitiert. "Wir haben uns dafür entschieden, dass wir das durchziehen." Hasenhüttl wollte sich gegen den FC Bayern "nicht hinten rein nageln".

"Das spielt Bayern jede Woche, das kann nicht funktionieren", erklärte der Österreicher. Seine Mannschaft setzte die Bayern früh unter Druck und ließ diese kaum zur Entfaltung kommen. "Wir wollten nicht, dass sie in den Rhythmus kommen, dass sie ihr Kombinationsspiel aufziehen", betonte Hasenhüttl. Lediglich beim Führungstreffer durch Sandro Wagner war die Leipziger Hintermannschaft unsortiert.


Die Sachsen ließen sich vom Gegentreffer allerdings nicht beirren und glichen in der 37. Spielminute durch Naby Keita aus. "Die erste Hälfte war das Beste, was wir in diesem Jahr gespielt haben. Wir müssen viel schneller viel höher führen, haben den Gegner vor einige Probleme gestellt", gab der RB-Coach zu Protokoll. "Gegen die Bayern hat man nichts zu verlieren. Wir wollten uns nicht hinten reinstellen und wurden heute für unseren Mut belohnt", freute sich Diego Demme. 

RB Leipzig v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Timo Werner (l.) bejubelt den 2:1-Siegtreffer mit seinen Teamkollegen


Sportdirektor Ralf Rangnick hatte für die Entscheidung des Cheftrainers viele lobende Worte übrig. "Die Vorgehensweise, ständig Druck zu machen, nicht abwartend zu spielen, war genau die richtige. Abwartend zu spielen, ist gegen Bayern kein guter Matchplan. So, wie wir es heute gemacht haben, haben wir enorm viel für unser eigenes Selbstvertrauen getan", erklärte der 59-Jährige. "Es war mal Zeit, die Bayern zu schlagen. Heute war es so verdient wie noch nie."