Die Verbal-Entgleisung von Kyriakos Papadopoulos nach seiner Bank-Verbannung sorgt für Ärger bei den HSV-Bossen. Präsident Bernd Hoffmann betonte, voll hinter möglichen Sanktionen gegen den Griechen zu stehen. 'Papa' müsse "im Zweifel" den Weg in die Zweite Liga mitgehen und verwies dabei auf den bis 2020 laufenden Vertrag. Einen Verbleib im Abstiegsfall hatte Papadopoulos in seiner Wut-Rede ausgeschlossen.


Der HSV verliert auch unter Interimstrainer Christian Titz und bleibt damit seit 14 Spielen sieglos. Schlimmer noch: Durch den 2:0-Erfolg des 1. FC Köln rutscht der Dino auf den letzten Tabellenplatz - und zerfleischt sich nach der bitteren 1:2-Pleite gegen Hertha BSC selbst. Allen voran Vize-Kapitän ​Kyriakos Papadopoulos sorgt für ordentlich Sprengstoff-Potenzial. Der Grieche stand seit seinem Wechsel an die Elbe im Januar 2017 immer in der HSV-Startelf, wenn er fit war. Titz setzte gegen Berlin dagegen auf die jüngste Hamburger Anfangsformation seit 1974 und den 26-Jährigen auf die Bank. 


"Mit mir wurde nicht gesprochen, auch ich werde das Gespräch nicht suchen. Ich war überrascht, nicht zu spielen. Das hat nichts mit Leistung zu tun. Ich bin ja nicht der Schlechteste gewesen“, wütete er nach dem Spiel. "Schade, dass man nicht auf erfahrene Spieler setzt, die in der Rückrunde der letzten Saison mitgeholfen haben, die Rettung zu schaffen", so 'Papa' weiter. Es sei nicht immer die beste Lösung in "unserer Situation was Neues auszuprobieren". Den Weg in die Zweite Liga wolle er nicht mitgehen, kündigte er an.

Seine Kritik bekam Papadopoulos im Anschluss von allen Seiten um die Ohren. ​Titz empfand sie als "respektlos" gegenüber den Teamkollegen. Vorstandsboss Frank Wettstein meinte: "Er hat nicht das Recht, die sportliche Situation zu ignorieren. Wir tolerieren das nicht.“ Papadopoulos selbst habe "in den 26 Spielen zuvor auch nicht das erreicht, was wir uns vorstellen“, ​keilte der 44-Jährige zurück

Und auch Präsident Bernd Hoffmann nahm Stellung zu den Äußerungen des Innenverteidigers. "Das geht so nicht“, befand Hoffmann in der NDR-Sendung 'Sportclub' am Sonntagabend. "Das hat auch der Trainer klipp und klar gesagt. Da werden der Trainer und gegebenenfalls auch der Vorstand reagieren. Wir als Aufsichtsrat stehen dann auch völlig dahinter.“ Eine hohe Geldstrafe wird Papadopoulos wohl auf jeden Fall erwarten. Möglich, dass er auch aus dem Kader für die kommende Partie in Stuttgart (Samstag, 31.3., 15.30 Uhr) nach der Länderspielpause fliegt.


Seiner Drohung, den HSV im Abstiegsfall verlassen zu wollen, entgegnete Hoffmann mit einem Verweis auf den bis 2020 laufenden Vertrag des Griechen. "Ich würde ihm sagen: 'Du hast einen Vertrag unterschrieben, der gilt übrigens auch für die Zweite Liga.' Und wenn ich das zuletzt gesehen habe, dann war er in den vergangenen 27 Spielen auch mitbeteiligt an der Situation, die wir aktuell haben. Daher hat er im Zweifel die Suppe auch mitauszulöffeln.“

Wahrscheinlich wäre dieses Szenario aber nicht, das weiß auch der HSV-Präsident, der mit seinen Aussagen Stärke untermauern wollte. Papadopoulos soll laut MoPo derzeit rund drei Millionen Euro im Jahr kassieren. Im Unterhaus würde er zwei Millionen Euro verdienen. Finanziell wäre das kaum machbar, zumal bei einem Verkauf eine Millionen-Ablöse winken würde.