Im Spitzenspiel des 27. Bundesligaspieltags konnte RB Leipzig einen 2:1-Heimerfolg über Tabellenführer Bayern München einfahren. Nachdem die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl in der 12. Minute früh in Rückstand geraten waren, trotzte man dem unangefochtenen und an diesem Abend harmlosen Ligaprimus und beendete ihre Sieglosserie von zuvor vier Spielen in Folge. Die Münchener hingegen fanden offensiv wahrlich nicht statt und mussten sich letzten Endes verdient – und das dritte Mal in dieser Bundesligasaison – geschlagen geben.​ Wagner erzielte zunächst die frühe Führung, Keita und Werner jedoch drehten die Partie zugunsten der Sachsen.


RB Leipzig – FC Bayern München 2:1 (1:1)

Tore: 0:1 Wagner (12.), 1:1 Keita (37.), 2:1 Werner (56.)

Zuschauer: 42.000


Münchens Cheftrainer Jupp Heynckes mischte kräftig durch und änderte seine Startelf nach dem 3:1-Auswärtssieg bei Besiktas Istanbul in der Königsklasse auf sechs Positionen: Unter anderem durfte das Ex-Hoffenheim-Trio um Süle, Rudy und Wagner von Beginn ran. Boateng, Ribery und Lewandowski mussten vorerst auf der Bank Platz nehmen.


Gleiches Spiel bei den Sachsen Nach dem 1:1-Unentschieden bei Zenit St. Petersburg nahm RB-Coach Ralph Hasenhüttl ebenfalls sechs Veränderungen in seiner Startformation vor: Orban, Forsberg, Werner und Augustin (alle Bank) mussten für Konate, Kampl, Poulsen und Sabitzer weichen – Laimer und Ilsanker starteten anstelle von Klostermann und Bernardo.


Sabitzer muss runter – Wagner eiskalt


Die Leipziger fanden gut hinein ins Spitzenspiel, konnten in Person von Bruma gleich für Torgefahr sorgen (5.), mussten dann jedoch bereits nach sieben Minuten erstmals einen Dämpfer hinnehmen. Marcel Sabitzer knickte im Zweikampf mit Süle um, für ihn ging es anschließend nicht mehr weiter – Timo Werner übernahm.


Bitter für RB, das seinen Matchplan damit über den Haufen werfen konnte – der nächste Nackenschlag ließ nur wenige Minuten auf sich warten: Nach schönem Zusammenspiel konnte James befreit zur Flanke ansetzen. Der Kolumbianer nahm Maß und bediente Sandro Wagner, der gegen den Lauf von Gulacsi zur 1:0-Führung einnickte (12.).


Die Sachsen rissen das Spiel nach dem Gegentreffer an sich – und gelangten fast zum schnellen Ausgleich: Nach einem weiten Ball von Upamecano war Yussuf Poulsen allein auf weiter Flur. Frei vor Sven Ulreich versagten ihm allerdings die Nerven, sein Schussversuch stellte den Münchener Schlussmann vor keine größeren Aufgaben (14.).


Süle vor der Linie – Keita ist zur Stelle


Während man sich defensiv enorm griffig in den Zweikämpfen präsentierte, biss sich die Hasenhüttl-Elf offensiv die Zähne an der kompakten Bayern-Abwehr aus. Einen Bruma-Freistoß parierte Ulreich glänzend (27.), Timo Werner vergab zudem die größte Chance auf das 1:1, als Süle den Ball noch vor der Linie klären konnte (27.) – für den Ausgleich sorgte letztlich Mittelfeldregisseur Naby Keita: Der Guinee legte zunächst quer auf Werner, der an einem Münchener Abwehrbein scheiterte. Über Umwege landete der Ball schließlich erneut bei Keita, der cool blieb und die Kugel vorbei an FCB-Keeper Ulreich ins Tor bugsierte – das verdiente 1:1 (37.).


Werner beendet Tor-Allergie 


Nach dem 1:0-Führungstreffer in der 12. Spielminute war die Heyckes-Elf offensiv komplett abgetaucht und auch nach dem Seitenwechsel ohne klare Idee hinter ihrem Treiben. Ganz anderes Bild bei den Sachsen: RB gab weiter den Ton an, spielte frech nach vorne – und belohnte sich knapp elf Minuten nach Wiederanpfiff. Ein Traumzuspiel von Naby Keita veredelte Timo Werner, der mit dem 2:1 seine persönliche Flaute von zuvor sieben Bundesligaspielen ohne Treffer beendete (56.).


Wie gelähmt, ließ der Tabellenerste die Leipziger auch nach dem 1:2 weiter passieren, bestraft wurde man allerdings nicht. Letzten Endes löste der Rückstand dann aber doch noch eine Reaktion bei den Bayern aus, die sich nun wieder vermehrt ihrer Stärke bewusstwurden: Zunächst war es Hummels, der an RB-Keeper Peter Gulacsi verzweifelte (62.), im Anschluss hatte Vidal eine gute Möglichkeit liegen lassen, als er nach einer Kimmich-Flanke übers Tor köpfte (68.). Für die Schlussoffensive mobilisierte Jupp Heynckes alle Kräfte und brachte Torjäger Robert Lewandowski (72.), die dritte Bundesliga-Niederlage abwenden konnte allerdings auch der Pole nicht.

Damit konnten die Leipziger ihre Sieglosserie von zuvor vier Spielen am Stück ausgerechnet gegen Spitzenreiter München beenden und einen absolut verdienten 2:1-Heimerfolg einfahren. Mit dem Dreier schloss RB nun wieder zu den Champions-League-Rängen auf – der Rückstand auf Platz vier beträgt mittlerweile nur noch zwei Punkte. Der FC Bayern hingegen hat wahrlich einen schlechten Tag erwischt. Nach dem 1:0 in der 12. Minute schaltete die Heynckes-Elf komplett ab und verlor letztlich verdient – und das erste Mal seit vergangenem November. Ob es nach der Länderspielpause wieder besser klappt?


Für die Münchener geht es am Samstag (18:30 Uhr) in zwei Wochen weiter, wenn man im Top-Spiel auf Borussia Dortmund trifft. RB Leipzig ist zuvor mittags (15:30 Uhr) in Hannover gefordert.