Frankfurts Sportdirektor Fredi Bobic stieß beim Transfer von Kevin-Prince Boateng auf viel Gegenwind. Der Ghanaer wechselte im Sommer ablösefrei von Las Palmas zur Eintracht, galt bis dahin als schwieriger Charakter. In Frankfurt ruft Boateng jedoch sein vollständiges Leistungspensum ab und glänzt bei der SGE als Leader. 


Fredi Bobic hat derzeit viel Grund zum Jubeln: Nach dem 3:0-Sieg seiner Eintracht gegen den FSV Mainz 05, fahren die 'Adler' weiterhin auf europäischem Kurs. Zu Gast im Aktuellen Sportstudio vom ZDF sprach der Frankfurter Sportdirektor nicht nur über die grandiose Saison, sondern auch über Schützling Kevin-Prince Boateng und wie der Transfer im Sommer zustande kam.


„Das ist eigentlich eine ganz lustige Geschichte. Ich habe beim Abschiedsspiel von Marcelinho im Berliner Olympiastadion neben Kevin-Prince Boateng auf der Bank gesessen. Ich wusste, dass er zu Niko Kovac noch guten Kontakt gepflegt hat. Ich sagte: ‚Komm doch zurück nach Deutschland, wie wäre es denn?‘ Und er sagte: ‚Lust hätte ich schon‘“, ließ Bobic die erste Kontaktaufnahme mit dem Ghanaer Revue passieren.


Bedenken beim Aufsichtsrat 


Boateng hat in seiner Karriere bereits bei der Hertha aus Berlin, Borussia Dortmund und den FC Schalke 04 gespielt. Bei den 'Knappen' zerstritt er sich mit der Vereinsführung und wurde endgültig als schwieriger Charakter gestempelt. Dieses Zeugnis hatte auch der Frankfurter Aufsichtsrat im Kopf, als Bobic den Namen Boateng in den Raum warf: "Ich glaube, die haben gedacht, ich mache einen Spaß, als ich die Folie mit Kevin-Prince Boateng an die Wand geworfen habe. Dann haben sie mich angeschaut: ‚Das kann nicht sein‘", erzählt Bobic.

Eintracht Frankfurt v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Zeigt es seinen Kritikern in Frankfurt: Sommer-Neuzugang Kevin-Prince Boateng


Dass der Transfer doch zustande kam, ist ein Glücksfall für die Eintracht. In 26 Bundesliga-Spielen stand der Mittelfeldspieler für die SGE auf dem Rasen, etablierte sich schnell als Führungsspieler und erzielte bereits sechs Tore. „Wir haben es am Ende des Tages trotzdem gemacht, weil wir im sportlichen Bereich komplett davon überzeugt waren. Es gab natürlich Bedenken: ‚Seid ihr euch da 100-prozentig sicher? Wie ist es gesundheitlich? Er ist ein schwieriger Typ‘. Das interessiert uns nur, wenn es wirklich so wäre. Aber Niko und Robert Kovac und ich kennen ihn ein bisschen, haben mit ihm zusammengespielt, und wir wussten: Das ist überhaupt gar kein Problem", fuhr Fredi Bobic die Anekdote fort.