Vom Papier her ist die Partie der Werkself aus Leverkusen gegen den Nachbarn von der anderen Rheinseite aus Köln eine klare Sache. Der Vierte spielt gegen den Letzten, doch Bayer-Coach Heiko Herrlich will sich von den Zahlen und der Tabellensituation nicht blenden lassen und fordert höchste Konzentration im Derby.


Während Bayer Leverkusen nach einem Jahr Abstinenz mit Siebenmeilenstiefeln wieder auf das internationale Geschäft zu rennt, ist die Hoffnung beim 1. FC Köln nach den beiden Niederlagen gegen Stuttgart (2:3) und in Bremen (1:3) auf den Klassenerhalt gen Null gesunken. Von einem einfachen Spiel wollte Heiko Herrlich auf der Pressekonferenz der Werkself aber nichts wissen. „Aufgrund der Tabellensituation könnte man davon ausgehen, dass der FC Köln ein leichter Gegner ist. Dem ist nicht so - das zeigt auch die Rückrundentabelle, in der die Kölner auf Platz elf stehen“, so der Übungsleiter.


Zudem habe er sich das Spiel des kommenden Gegners gegen Bremen sehr genau angesehen. „Das sah für mich nicht aus wie ein Spiel zweier Mannschaften, die im Tabellenkeller stehen. Durch die Chance von Pizarro hätte das Ergebnis evtl. auch anders ausfallen können“, schlussfolgerte er. Dennoch geht auch Herrlich in die Offensive. „Dem FC Köln ist es in der Rückrunde zwischenzeitlich gelungen, drei Partien am Stück zu gewinnen. Das haben wir in dieser Saison noch nicht geschafft! Am Sonntag haben wir aber die Chance dazu. Und diese wollen wir nutzen.“


Wen der Bayer-Coach auflaufen lässt, wird sich aber erst kurzfristig entscheiden, da hinter einigen Spielern noch Fragezeichen stehen. So zum Beispiel Lars Bender. „Er at aktuell wieder Probleme mit der Leiste. Er wird heute noch individuell trainieren und morgen müssen wir dann schauen, ob er mit der Mannschaft trainieren kann. Wir werden da aber definitiv kein Risiko eingehen“, so Herrlich. Auch bei Charles Aranguiz will der Trainer noch abwarten. „Auch Charles wird - wie in den letzten Tagen - heute noch einmal individuell trainieren. Wir erwarten ihn aber morgen im Abschlusstraining zurück und ich bin optimistisch, dass es für Sonntag reicht.“


Zudem droht mit Stefan Kießling ein weiterer Ausfall, der Angreifer hatte sich erkältet. Auch hier möchte man abwarten, wie es dem Spieler morgen geht und dann kurzfristig entscheiden, ob er im Kader steht oder daheim bleibt. Letztlich will sich der 46-Jährige aber nicht verrückt machen lassen. „Wir wissen, dass Derbys immer etwas ganz besonders sind. Wir erwarten einen leidenschaftlichen Kampf - auch mit einer gewissen Härte in den Zweikämpfen. Aber die Vorzeichen in Hamburg und Wolfsburg waren ähnlich, beides haben wir gut gemeistert.“