Der FC Bayern trifft im Champions-League-Viertelfinale auf den FC Sevilla. Noch nie traten die beiden Klubs im Europapokal gegeneinander an. Für den Rekordmeister ist die Premiere ein glückliches Los - schließlich hätten sich "Mannschaften mit klangvolleren Namen" im Topf befunden.


Das gute alte ​Losglück war dem FC Bayern einmal mehr hold. Im Viertelfinale der Champions League geht der deutsche Rekordmeister Barcelona, Real Madrid oder Manchester City aus dem Weg und erwischt mit dem FC Sevilla neben AS Rom das auf dem Papier wohl schwächste Team im Lostopf.

"Wir werden die Spiele hochkonzentriert angehen. Sie haben sehr gute Fußballer. In Sevilla ist es ähnlich wie in Istanbul. Ein sehr enthusiastisches Publikum", meinte Bayern-Trainer Jupp Heynckes auf der Pressekonferenz nach der Auslosung. Der 72-Jährige weiß aus seiner Zeit in Spanien genau, was gegen die Andalusier auf sein Team zu kommt. 


"Ich habe den FC Sevilla schon gekannt, als Diego Maradona noch für Sevilla gespielt hat", erklärte die Trainer-Ikone. Das war in der Saison 1992/1993. Die Mannschaft von Trainer Vincenzo Montella ist natürlich heute eine andere. Die Stars heißen nun Steven N'Zonzi oder auch Wissam Ben Yedder, der in der laufenden Champions-League-Saison bereits sechsmal getroffen hat - und das, obwohl er unter Montella meist nur als Joker kommt.


Die Botschaft von Heynckes ist aber klar: Man darf den FC Sevilla nicht auf die leichte Schulter nehmen. ​In der Europa League dominierten die Südspanier lange Zeit die europäische Bühne, gewann zwischen 2014 und 2016 dreimal in Serie den Titel. Eine Kategorie darüber, in der Champions League, kamen die Andalusier bislang nie über die Runde der letzten 16 hinaus. Im letzten Jahr scheiterte Sevilla an Leicester City. Nun klappte es gegen den Favoriten Manchester United. 


Ein Grund warum auch Bayerns Ex-Kapitän Stefan Effenberg den unangenehmen Gegner nicht als Glückslos bezeichnen würde. "Das ist ein Gegner, der auf dem Papier neben Rom zu den Schwächeren zählt, aber wir reden hier vom Viertelfinale - wer soll da schwach sein? Sevilla steht verdient im Viertelfinale. Manchester United muss man erstmal rauswerfen. Und sie haben die Euro League in den letzten Jahren dominiert. Wenn die Bayern nicht hundert Prozent geben, können sie auch gegen Sevilla ausscheiden", meinte Effenberg bei t-online. Aber auch er musste zugeben: "Es hätte schlimmer kommen können. Ein Ausscheiden wäre eine große Enttäuschung.“


Spieler freuen sich auf "das erste Mal"


Um Sevillas Erfolge weiß auch Thomas Müller: "Sevilla hat nicht umsonst drei mal in Folge die Euro League gewonnen und einen gewissen sportlichen Stellenwert. Aber wir sind der FC Bayern und wollen unbedingt ins Endspiel", gab sich der Weltmeister auf der Pressekonferenz zur Auswärtspartie in Leipzig am kommenden Sonntag (18 Uhr) selbstbewusst. Es seien schließlich "Mannschaften mit klangvolleren Namen im Topf" gewesen.

Zuvor zeigte der 28-Jährige seine Freude über das Los: "Nächster halt Sevilla. Seid ihr zufrieden mit der Auslosung? Ein interessantes Duell. Mein erstes Mal in Sevilla", twitterte er. 

Ähnlich äußerte sich auch Franck Ribery zum kommenden Viertelfinal-Duell. "Wir fahren nach Spanien...Meine ersten Spiele gegen den FC Sevilla! Wir werden bereit sein", twitterte der Franzose mit einem Augenzwinkern.

Derweil wurden die beiden Partien von der UEFA genau terminiert. Das Hinspiel im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán findet am Dienstag, den 3. April statt, das Rückspiel wird am 11. April an einem Mittwoch in der Allianz-Arena ausgetragen, bevor zwei Tage später die beiden Halbfinals ausgelost werden.

​​

Zufrieden über den nächsten Gegner war auch Bayerns Sportchef Hasan Salihamidzic. "Meine Schwiegereltern leben in Sevilla, ich freue mich auf das Spiel, das wird sehr interessant", so der 41-Jährige. "Wir wollen natürlich ins Halbfinale, ist doch klar", meinte Brazzo - aber: "Wir werden das auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Es ist keine einfache Mannschaft. Gegen Manchester United weiterzukommen, ist schon gut", warnte er.


Neuer-Vertreter Sven Ulreich berichtete über die Reaktionen im Team. "Jubelschreie gab es bei uns in der Kabine nicht. Aber es waren schwerere Lose im Topf. Es ist für uns eine Aufgabe, an der wir wachsen können und die machbar ist", lautete das Urteil des Bayern-Keepers.