Schalke-Manager Christian Heidel plant für die kommende Saison weiter dreigleisig. Der Kader soll dann etwas breiter aufgestellt werden - die Verpflichtung von erfahrenen Spielern schloss Heidel dabei nicht aus. Marko Marin sei aber kein Thema. Am Samstag in Wolfsburg könnte er mit dem fünften Sieg in Folge mehr Planungssicherheit bekommen. Derweil lobt er die Entwicklung des einstigen "Problemfalls".


Nach dem Auswärtssieg in Mainz reist der FC Schalke am kommenden Samstag zum nächsten Abstiegskandidaten. Beim VfL Wolfsburg (18.30 Uhr) soll der fünfte Sieg in Folge her - und die gute Ausgangsposition für die Rückkehr nach Europa acht Spieltage vor Saisonende weiter gefestigt werden. 


Yevhen Konoplyanka hofft dann auf eine ruhigere Anfahrt. Der Ukrainer war auf dem Weg in die Autostadt im letzten Jahr im Zug eingeschlafen und hatte den Ausstieg verpasst. Für den Außenstürmer ging es damals weiter bis nach Berlin, von wo aus er ein Taxi zurück nach Wolfsburg nehmen musste. "Wir haben wie im Kin­der­gar­ten auf dem Bahn­steig durch­ge­zählt. Einer fehl­te...", erzählte Schalke-Manager Christian Heidel die lustige Anekdote auf der Pressekonferenz am Donnerstag.

Es folgten ernstere Themen, über die Heidel Auskünfte gab. ​Am Mittwoch veröffentlichen die Knappen die Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2017. Das Minus von 12,2 Millionen Euro sei leicht zu erklären: Keine Transfererlöse der Marke Leroy Sané (50 Millionen Euro), das schlechte sportliche Abschneiden und die Beurlaubung von Ex-Coach Markus Weinzierl hätten die sinkenden Zahlen zu verantworten, meinte Finanzchef Peter Peters zum kicker.


Heidel schließt Ü30-Neuzugänge nicht aus


Auf die Kader-Planungen für die kommende Spielzeit habe das laut Heidel keinen Einfluss. Der plant ob der aktuellen Tabellenkonstellation weiter dreigleisig. "Alles andere wäre acht Spieltage vor Schluss bei dieser Tabelle arrogant", so der 54-Jährige. Die möglichen Szenarien heißen Champions League, Europa League und eine weitere Saison ohne internationalen Wettbewerb. Ein möglicher Pokalsieg würde weitere Einnahmen generieren. Mindestens 70 Millionen Euro soll der Etat betragen.

Der Kader soll damit auf jeden Fall größer werden, geht es nach Trainer Domenico Tedesco. "Wir haben nach wie vor einen kleinen Kader, was die Bundesligisten angeht. Da wird sich ein bisschen was tun, glaube ich", sagte der S04-Coach angesichts von 25 Profis auf die er aktuell zurückgreifen kann. 

Ex-Nationalspieler Marko Marin, der nach seiner Europa-Tour derzeit in Griechenland bei Olympiakos Piräus spielt, sei aber kein Thema, ließ Heidel durchblicken. Beim griechischen Meister steht der 29-Jährige noch bis 2019 unter Vertrag. 


Transfers von erfahrenen Spielern, die auch die 30-Jahre-Marke schon überschritten haben, schloss er generell aber nicht aus. "Ein 30-Jähriger würde natürlich keinen Fünf-Jahres-Vertrag mehr bekommen. Aber dieses Alter ist überhaupt kein Ausschlusskriterium für eine mögliche Verpflichtung", verriet Heidel. Kein Wunder: Aktuell gehört mit Naldo ein 35-Jähriger zu den wichtigsten Säulen des Teams.

Im Sommer wieder ein Thema auf Schalke werden könnte auch Donis Avdijaj. Das Offensiv-Talent hatte sich in der Hinrunde unter Tedesco einige Undiszipliniertheiten geleistet und war Mitte Januar bis Saisonende zum niederländischen Erstligisten Roda JC Kerkrade verliehen worden. "Donis Avdijaj ist in Kerkrade aufgeblüht. Mit ihm ist Roda aus dem Keller hoch gekommen. Zuletzt ist er leider ausgefallen, schon hat Kerkrade nicht mehr gewonnen", meinte Heidel lächelnd zur Entwicklung des Eigengewächses.

Fünf Partien hat der Stürmer bislang für das Tabellenschlusslicht der Eredivisie absolviert. Fünf Zähler sprangen mit dem 21-Jährigen dabei heraus, eine Torbeteiligung gelang Avdijaj nicht. Anfang Februar musste er bei der 2:4-Pleite gegen Ajax Amsterdam schon nach 24 Minuten verletzt vom Feld und gab am vergangenen Samstag beim 0:2 gegen Sparta Rotterdam sein Comeback nach Einwechslung zur Pause.