Vor dem Rheinderby am kommenden Sonntag (15:30 Uhr) zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen nahm ein Experte die beiden Vereine unter die Lupe, der diese aus eigener Erfahrung bestens kennt. Christoph Daum trainierte sowohl den Effzeh (zweimal von 1986 bis 1990 und von 2006 bis 2009) als auch die Werkself (von 1996 bis 2000). Während Daum die Entwicklung der Leverkusener lobte, ging er mit den Kölnern hart ins Gericht.


Als Kenner der Fußball-Szene ist es Christoph Daum natürlich nicht entgangen, dass „sich beide Teams gegenüber der letzten Saison komplett in entgegengesetzte Richtungen entwickelt haben“. Das geht aus einem aktuellen ​BILD-Interview hervor. Während er Leverkusen als „positive Überraschung“ hervorhob, darf sich der Effzeh seiner Einschätzung nach lediglich dem „Prinzip Hoffnung“ verschreiben.

Mit Fußball hat das, was die Domstädter 2017/18 zum Großteil anbieten, laut Daum nur noch wenig zu tun: „Die Spiele sehen für mich manchmal nach Versuch und Irrtum aus.“ Doch wie konnte es eigentlich soweit kommen? Auch hierzu hat die Trainer-Legende eine klare Einschätzung parat: „Offenbar wurde nach dem Erreichen der Europa League im Sommer beim FC nicht gründlich genug analysiert. Das war aus meiner Sicht leichtfertig. Ich würde da von Planungsdefiziten sprechen.“


Daum glaubt nicht mehr an den Klassenerhalt seines Ex-Klubs


Nach wie vor kann sich der Ex-Köln-Coach einige Entscheidungen nicht erklären, die im Vorfeld der Spielzeit getroffen worden waren: „Zu hoffen, dass es mit Cordoba als Ersatz für Modeste schon klappen wird, das war leichtfertig gedacht, weil Cordoba ein komplett anderer Spielertyp ist. Zudem konnte man nicht erwarten, dass ein Leistungsträger wie Risse nach einem Kreuzbandriss sofort voll da ist.“

1. FC Koeln v RB Leipzig - Bundesliga

Die Verpflichtung von Cordoba war laut Daum ein leichtwertiger Versuch, Modeste zu ersetzen.



Auch wenn er aus eigener Erfahrung weiß, dass die Fans „an den Klassenerhalt glauben, solange es rechnerisch noch möglich ist“, hat Daum eine FC-Rettung nicht mehr auf dem Zettel: „Meine Prognose ist, dass die schlechte Tordifferenz am Ende den Ausschlag gibt, dass die Relegation verfehlt wird.“