Bayern Munich's Spanish midfielder Javier Martinez (R) fights for the ball with Besiktas midfielder Ricardo Quaresma during the second leg of the last 16 UEFA Champions League football match between Besiktas and Bayern Munich at Besiktas Park in Istanbul on March 14, 2018.  / AFP PHOTO / OZAN KOSE        (Photo credit should read OZAN KOSE/AFP/Getty Images)

Gelbe Karten & Unkonzentriertheiten: Bayern Münchens eigenartiger Sieg in Istanbul

Der FC Bayern München entschied am Mittwochabend in der Champions League auch das Achtelfinal-Rückspiel für sich und zog ins Viertelfinale ein. Nach dem klaren 5:0-Heimerfolg im Hinspiel feierte die Mannschaft von Cheftrainer Jupp Heynckes in Istanbul einen 3:1-Auswärtssieg. Der zweite Erfolg gegen Besiktas war allerdings aufgrund mehrerer Umstände etwas eigenartig. 

6. Heynckes lässt die volle Kapelle auflaufen

Angesichts des 5:0-Heimerfolgs im Hinspiel hatten viele erwartet, dass Heynckes einige Spieler aus der zweiten Reihe (Sebastian Rudy, Juan Bernat, Sandro Wagner) von Beginn an auflaufen lässt. Der 72-Jährige bot allerdings mit Ausnahme von Rafinha eine A-Elf auf und gönnte nur Joshua Kimmich eine Pause. Denkbar ist daher, dass der FCB-Coach am Sonntag beim Topspiel gegen RB Leipzig etwas mehr rotiert. 

5. Viele Ballverluste und teils hektische Spielweise

Nach dem deutlichen Erfolg im Hinspiel war es verständlich, dass sich bei den Münchnern etwas leichter als sonst Unkonzentriertheiten einschleichen. Allerdings leistete sich die Heynckes-Elf besonders in der zweiten Halbzeit viele einfache Ballverluste und Abspielfehler, die man von den Bayern so nicht kennt. Dem 1:2-Anschlusstreffer durch Vagner Love ging ein einfacher Fehler von David Alaba voraus. Den Münchnern fehlte in vielen Situationen auch die nötige Ruhe. "Es fehlte heute an Struktur und wir haben viele Bälle leichtfertig verloren. Es war irgendwie ein komischer Sieg. Es war hektisch, von den Fans her, zudem war auch Besiktas mit seinem Pressing hektisch, sodass wir uns leider anstecken haben lassen", resümierte Thomas Müller an den Mikrofonen von Sport1 und ZDF. 

4. Mehr Torschüsse für den Gegner

Die vielen einfachen Ballverluste führten dazu, dass Besiktas besonders nach dem Anschlusstreffer immer wieder Nadelstiche setzen konnte. Die sonst so stabile Defensive des FC Bayern ließ am Mittwochabend insgesamt 17 Torschüsse zu. Die Münchner selbst brachten es "nur" auf zwölf Abschlüsse, zeigten sich allerdings deutlich effektiver. 

3. Alle drei Tore fielen nach Flanken

Dass der FC Bayern häufig über die Flügel angreift, ist hinlänglich bekannt und eine der großen Stärken des deutschen Rekordmeisters. Beim Gastspiel in Istanbul war es allerdings schon etwas kurios, dass alle drei Treffer nach Flanken von Müller, Rafinha und Alaba fielen. 

2. Viele Gelbe Karten

Mit Rafinha, Jerome Boateng und Mats Hummels kassierten gleich drei Abwehrspieler den Gelben Karton. "Wir haben dumme Fehler und dumme Fouls gemacht", monierte Boateng. "Es war besser, dass ich Gelb gesehen habe, als dass Mats Hummels die zweite Gelbe Karte erhielt." Heynckes schmeckten die Gelben Karten ebenfalls nicht. "Einziger Wermutstropfen war, dass wir zu viele Gelbe Karten bekommen haben", wird der Übungsleiter vom kicker zitiert. 

1. Lob für die gegnerischen Fans

Es kommt wohl nur sehr selten vor, dass Spieler ein Lob für die gegnerischen Fans übrig haben. Müller sprach nach der Partie von einer ausgezeichneten Atmosphäre und lobte die Besiktas-Fans, die ihre Mannschaft trotz Rückstand bis zum Schluss unermüdlich und lautstark unterstützten. Wagner zog nach dem Abpfiff seinen imaginären Hut vor dem Istanbuler Publikum.