HAMBURG, GERMANY - MARCH 07:  Bobby Wood and Sven Schipplock of Hamburg  look on during a training session of Hamburger SV at Volksparkstadion on March 7, 2018 in Hamburg, Germany.  (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Radikale Kaderkürzung auf 22 Spieler: Diese HSV-Profis könnte es treffen

Am Dienstagvormittag nahm Hamburgs neuer Chefcoach Christian Titz seinen Dienst auf. Gleich 33 Akteure versammelte der Interimstrainer bei seiner ersten Einheit auf dem Platz. Dabei waren auch fünf Spieler aus der U21 des HSV, die Titz bis zuletzt betreute. Marco Drawz aus der U19 kam ebenfalls hinzu. "Das hat unterschiedliche Gründe", erläuterte der 46-Jährige bei seiner offiziellen Vorstellung vor der zweiten Dienstags-Einheit. "Zum einen haben diese Spieler grundsätzlich Qualität, zum anderen kennen sie bereits unsere Spielidee. Und zudem geht es auch darum, den Konkurrenzkampf noch einmal anzuheizen." 


Und auch am Mittwoch legen die HSV-Profis eine Doppelschicht ein. Titz will dabei weiter alle 29 Feldspieler plus die vier Torhüter beobachten, neue Trainingsreize setzen und dann ab Donnerstag den Kader auf 22 Mann reduzieren, um sich noch gezielter auf das Heimspiel am Samstag gegen Hertha BSC (15.30 Uhr) vorbereiten zu können. "Alles andere hat keinen Sinn", meinte Titz.


"Jeder der Jungs, die jetzt dabei sind, hat die Möglichkeit  durch die Tür zu gehen, um am Samstag gegen Hertha im Kader dabei zu sein" , betonte er. Das gelte (mal wieder) auch für die Torhüter-Position. Während sich ein Gewinner des Trainerwechsels bereits abzeichnet, müssen viel andere um ihren Kader-Platz zittern.


Von 33 auf 22: Diesen HSV-Profis droht schon am Donnerstag die Degradierung:

7. Gewinner: Lewis Holtby

Ein Einsatz seit Ende Oktober 2017 steht für den Mittelfeldspieler zu Buche. Unter Bernd Hollerbach war der Ex-Nationalspieler zuletzt komplett außen vor. Dazu stoppte ihn eine Schienbeinverletzung. Titz könnte nun wieder auf die Dienste des 27-Jährigen bauen - auch weil die beiden eine besondere Beziehung verbindet: Holtby arbeitete schon zu Schalker Zeiten mit dem neuen HSV-Coach als privaten Individualtrainer zusammen. "Ich hoffe, Lewis wird eine gute Rolle spielen. Aber wie gesagt: Er muss wie alle anderen selbst durch die Tür gehen", deutete Titz bereits eine Rückkehr des Topverdieners an.

6. Bobby Wood

Bobby Wood könnte es auch unter Titz treffen und erneut aus dem Kader fliegen. Mit dem jungen Polen Marco Drawz ist ein weiterer Stürmer bei den Profis dabei, daneben dürften gerade die jüngeren Angreifer um Super-Talent Fiete Arp und Luca Waldschmidt bessere Karten haben. Wood würde zum dritten Mal in Folge nicht im Bundesliga-Aufgebot stehen.

5. Sven Schipplock

Ähnliches gilt für Sven Schipplock, der eher arbeitender Angreifer denn Torjäger und mitspielender Stürmer ist. Im HSV-Trikot gelang dem 29-Jährigen noch kein einziger Pflichtspieltreffer. Im geplanten 4-1-4-1-System kommt Schipplock als alleinige Sturmspitze daher eher weniger infrage. Auch seine Chancen, wenigstens im Aufgebot zu bleiben, dürften gering sein.

4. Sejad Salihovic

Der 33-jährige Routinier blieb zuletzt dreimal in Folge ohne Einsatz, stand unter Hollerbach aber immer im 18er Bundesliga-Aufgebot. Dem ehemaligen bosnischen Nationalspieler fällt es sichtlich schwer, das Tempo in den Ligapartien mitzugehen. Dagegen steht seine besondere Qualität bei Standardsituationen, die Salihovic immer noch auszeichnet. Da Titz auf eine neue "Spielidee" mit mehr Ballbesitz setzen will, dürfte der Ex-Hoffenheimer eher schlechte Karten besitzen.

3. André Hahn

Titz könnte in der Offensive auf Bakery Jatta setzen, der unter dem neuen HSV-Coach in der laufenden Saison in sieben Einsätzen in der Regionalliga sechs Tore erzielen konnte. Daneben könnte auch Dribbel-Floh Tatsuya Ito wieder eine Rolle spielen. Der 20-jährige Japaner kam neunmal in der U23 zum Einsatz, legte dabei sieben Tore auf. Die Offensivkräfte Arianit Ferati und Mohamed Gouaida machen ebenfalls Druck, sind aber eher Kandidaten für das offensive, zentrale Mittelfeld.


Schwer vorstellbar, dass Titz Hahn schon am Donnerstag degradiert. Der Ex-Nationalspieler (ein Länderspiel) muss aber gehörig um seinen Platz kämpfen.

2. Douglas Santos

Interessant wird auch zu beobachten sein, welche Rolle der Brasilianer Douglas Santos unter Titz einnimmt. Der 23-Jährige war lange Zeit erste und auch einzig echte Option für die Linksverteidiger-Position. In den letzten Wochen war der Olympiasieger auch einer der Wenigen, der seine Leistung halbwegs konstant abrufen konnte. Allerdings kam in München schon mit dem erst 17-jährigen Josha Vagnoman neue Konkurrenz hinzu. Mit dem Südkoreaner Young-Jae Seo trainiert nun ein weiterer Linksverteidiger mit - der unter Titz in der U21 zu den Stammspielern gehört. Auch für den wechselwilligen Brasilianer könnte es eng werden.

1. Gotoku Sakai

Kaum vorstellbar, dass Titz den Kapitän degradiert und so ein großes Fass aufmacht. Zumal mit Dennis Diekmeier nur ein weiterer gelernter Rechtsverteidiger im Kader steht. Sakai muss dennoch zumindest um seinen Platz in der Startelf bangen - große spielerische Qualitäten zeichnen den Japaner eher nicht aus.