MUNICH, GERMANY - MARCH 10: Bernd Hollerbach, coach of Hamburg, sits on the bench before the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen and Hamburger SV at Allianz Arena on March 10, 2018 in Munich, Germany. (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Die Machenschaften um Bernd Hollerbach

Nur 49 Tage blieb Bernd Hollerbach als Trainer des Hamburger SV im Amt. Der 48-Jährige wurde am Montag durch Christian Titz ersetzt. Die Sport Bild enthüllt drei Vorgänge, die Hollerbach im Nachgang darin bestärken würden, was Freunde ihm zuvor mitgeteilt hatten: der HSV sei zerstritten, die Mannschaft zu schlecht, der Abstieg unvermeidbar. 

1. Die Kühne-Lüge

Hollerbach hatte dem HSV am 22. Januar mitgeteilt, er würde gerne einen neuen Stürmer haben. Dabei vertraute der ehemalige Trainer auf die Mithilfe von Investor Klaus-Michael Kühne. Damals hielt der mittlerweile einzige noch amtierende Vorstand Frank Wettstein den Kontakt.


In einer Gesprächsrunde mit den inzwischen entlassenen Heribert Bruchhagen und Jens Todt soll Wettstein signalisiert haben, dass Kühne keinerlei finanzielle Mittel zur Verfügung stelle. Zwei Tage nach Transferschluss betonte Kühne, er sei gar nicht gefragt worden.

2. Transfer-Posse

Als Hollerbach klar wurde, dass er auf die Kühne-Millionen verzichten müsse, empfahl er Aleksandar Mitrovic von Newcastle United. Der 23-Jährige hätte 750.000 Euro Leihgebühr inklusive Kaufoption gekostet. Im Gegenzug hätte Luca Waldschmidt für drei Millionen Euro Freiburg zum SC Freiburg wechseln können.


Um den Transfer final zu genehmigen, war der Aufsichtsrat laut Sport Bild aber nicht erreichbar. Auf Bitte um Zustimmung des Wechsel sollen die Kontrolleure teils gar nicht reagiert haben. Eine Antwort soll am letzten Transfertag gewesen sein, man lasse sich jetzt nicht mehr unter Druck setzen.


Zu Mitrovic: Den Angreifer zog es stattdessen zum FC Fulham, für den er in bisher acht Spielen sieben Tore erzielte.

3. Putschversuch

Nach dem guten Start mit einem 1:1-Remis bei RB Leipzig kam es innerhalb des Vereins zum ersten Putschversuch. Finanzvorstand Wettstein und Aufsichtsrat Felix Goedhart sollen demnach versucht haben, Bruchhagen und Todt zu stürzen.


Zum Leidwesen von Hollerbach, der seinen Spielern in der Kabine und während des Trainings stets Zusammenhalt predigte. Den Profis sei so vor Augen geführt worden, dass jeder im Verein versuche, seine eigene Haut zu retten.