50 Tage oder sieben sieglose Spiele - so lange durfte Bernd Hollerbach versuchen, seinen "Herzensklub" zu retten. Zu seiner Entlassung hat der 48-Jährige gemischte Gefühle. Kopf und Bauch seien sich uneins. Der HSV bleibe dennoch etwas Besonderes für ihn.


Nach nur sieben Wochen im Amt steht Bernd Hollerbach nicht mehr an der Seitenlinie des HSV. Vor dem 20. Spieltag hatte der 48-Jährige den Trainer-Posten von Markus Gisdol übernommen, um den strauchelnden Bundesliga-Dino aus dem Tabellenkeller zu führen. Mit dem 1:1-Remis bei Vizemeister RB Leipzig begann das Intermezzo des ehemaligen HSV-Profis solide, es folgten bis zur 0:6-Klatsche in München aber nur zwei weitere Zähler.


Genau 50 Tage oder sieben sieglose Spiele später ist ​Hollerbach schon wieder weg. Zu seinem kurzen Engagement bei seinem "Herzensklub" hat er gemischte Gefühle. "Ich habe aus alter Verbundenheit zugesagt, dem Verein in einer schwierigen Lage zu helfen", betont Hollerbach, der als Spieler in 224 Partien mit der Raute auf der Brust aufgelaufen war. 

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Nach der 0:6-Pleite gegen den FC Bayern war für Hollerbach Schluss



"Rückblickend war das für mich - wenn man es rational betrachtet - vielleicht nicht die beste Entscheidung", erklärt Hollerbach der Bild. Schon vor seinen sieben Spielen als HSV-Coach erlebte der 48-Jährige als Trainer der Würzburger Kickers eine beispiellose Negativserie, in der er keine Zweitliga-Partie in der vergangenen Rückrunde gewinnen konnte und am Ende mit den Kickers abstieg. Bereuen will Hollerbach seinen Schritt zum HSV aber nur bedingt: "Emotional würde ich es immer wieder so machen", bekräftigt er.


Er selbst wäre nie freiwillig gegangen. "Ich habe immer gesagt: Aufgeben kommt für mich nicht infrage. Daher finde ich es natürlich bedauerlich, dass der Verein jetzt entschieden hat, mir die Verantwortung für die Mannschaft zu entziehen“, so Hollerbach. Und dennoch: "Der HSV war immer etwas Besonderes für mich. Daran wird sich auch nichts ändern“