Überraschende Glücksgefühle, Magenprobleme und Uneigennützigkeit - der Montagabend hatte für Werder Bremen viel zu bieten. Über allem steht der nächste wichtige Schritt in Richtung Klassenerhalt dank des 3:1-Erfolgs über den 1.FC Köln. Winter-Neuzugang Milot Rashica rückte dabei kurzfristig in die Startelf. Aron Johannsson musste zuschauen, weil er zuvor ehrlich über seine muskulären Probleme spricht.


​Die Aufstellung von Werder Bremen gegen den 1. FC Köln hatte durchaus einige Überraschungen zu bieten. Die größte war wohl Milot Rashica. Der Winter-Neuzugang rückte für Philipp Bargfrede in die Startelf und dankte es mit einem starken Auftritt und seinem ersten Tor im Werder-Dress. "Manchmal wird man eben zu seinem Glück gezwungen“, freute sich Werder-Coach Florian Kohfeldt nach dem 3:1-Erfolg über das Schlusslicht.

Der Grund für Rashicas zweiten Startelf-Einsatz war schnell ausgemacht: Philipp Bargfrede musste sich kurz vor Spielbeginn übergeben und blieb deshalb draußen. Der 29-Jährige habe sich zwar zur Verfügung gestellt, was "viel über seinen Charakter" aussage, Kohfeldt entschied sich aber für einen leicht veränderten Plan. "Es gab keine große Hektik, wir wussten ja, welche Optionen es gab", versicherte der Werder-Coach. "Der Wechsel hat die Art und Weise wie wir spielen natürlich etwas verändert", erklärte er. Die Entscheidung, ob Rashica von Beginn an spielt, sei vor aber schon vor dem Bargfrede-Ausfall "sehr eng" gewesen. Für den 21-Jährigen sei es eine "sehr große Überraschung" gewesen, dass er zum Anpfiff auf dem Platz stand. "Ich habe mich mit den anderen Ersatzspielern aufgewärmt und war nicht so warm, wie die anderen Elf. Ich brauchte im Spiel kurz ein paar Minuten, um mich an die Partie zu gewöhnen und reinzukommen. Dann hat es aber sehr gut funktioniert“, meinte er nach dem Spiel.


Werder startete mit Thomas Delaney für Bargfrede auf der Sechs, Kapitän Zlatko Junuzovic rückte in die Dreierreihe im Mittelfeld und Rashica übernahm die Position auf dem Flügel. Sein Pendant war dabei nicht wie von vielen erwartet Aron Johannsson, sondern Florian Kainz. Johannsson hatte in Gladbach nach seiner Einwechslung noch überzeugt und für den Ausgleich gesorgt, blieb gegen den FC aber 90 Minuten auf der Bank.

Auch hierfür gab es eine logische Erklärung: Der US-Angreifer hatte unter der Woche mit leichten muskulären Problemen zu kämpfen und fühlte sich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. "ich habe heute Morgen mit ihm gesprochen und er hat von sich aus gesagt, dass nur 20 bis 30 Prozent drin wären" erläuterte Kohfeldt auf der Pressekonferenz nach dem Spiel am Montagabend. "Diese Ehrlichkeit brauchen wir, das schätze ich sehr", zeigte er sich beeindruckt von Johannsson. Der hätte nämlich "berechtigte Ansprüche auf die Startelf gehabt", so Kohfeldt weiter.