Werder Bremen verschafft sich Luft im Abstiegskampf. Durch einen 3:1-Heimsieg gegen den 1. FC Köln baut Werder den Vorsprung auf Rang 16 auf fünf Punkte aus. Einmal mehr wurde deutlich, dass Florian Kohfeldt eine spielerisch starke und taktisch reife Mannschaft geformt hat. Durchatmen wollte der Werder-Coach aber noch nicht und forderte noch "mindestens zehn Punkte" bis zur endgültigen Rettung.


​Mit Sieg Nummer vier aus den vergangenen sechs Partien löst sich Werder Bremen weiter von den Abstiegsrängen. Am Montagabend konnte Werder mit einem ​3:1-Heimerfolg über Schlusslicht Köln den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt gehen. Fünf Punkte beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz, in der Tabelle kletterten die Grün-Weißen auf Rang 13. Auch dank der Heimstärke unter Trainer Florian Kohfeldt. Seit seiner Amtsübernahme im November vergangenen Jahres ist Werder im Weserstadion noch ungeschlagen. Sechs Siege und drei Remis gab es in diesem Zeitraum.


Und auch gegen den FC zeigte Bremen zuhause eine reife Leistung, auch wenn gerade im ersten Durchgang spielerische meist kein Durchkommen war. "Köln hat extrem kompakt verteidigt und wir haben die Räume nicht gefunden. In der Halbzeit haben wir uns mehr Tiefe vorgenommen", meinte Maximilian Eggestein, der kurz vor Schluss mit dem 3:1 für die Entscheidung sorgte.


Dank der Standard-Stärke ging Werder mit einer knappen Führung in die Pause. Erneut war dabei das gleiche Schema wie schon in Gladbach zu erkennen: Eckball von rechts und einstudierte Laufwege in der Mitte. Gegen die Borussia wurde noch Thomas Delaney freigeblockt, gegen die Kölner erledigte der Däne diese Aufgabe - Milos Veljkovic konnte völlig frei stehend zum 1:0 einschieben.

Delaney agierte gegen die Geißböcke vor der Abwehr, da sich Stamm-Sechser Philipp Bargfrede kurz vor Anpfiff übergeben musste und so kurzfristig ausfiel. Das Werder-Team startete deshalb mit vier Veränderungen im Vergleich zur Partie in Gladbach. Neben Theodor Gebre Selassie, der wie erwartet wieder als Rechtsverteidiger zurückkehrte, durften auch Kapitän Zlatko Junuzovic, Florian Kainz und Winter-Neuzugang Milot Rashica beginnen. Kohfeldt änderte das System von einem 5-3-2 wieder in eine 4-3-2-1-Formation.


Kohfeldts Anpassungen im zweiten Durchgang fruchten


Werders Coach bewies dabei sein Händchen und reagierte auch im zweiten Durchgang mit den passenden Veränderungen auf die Kölner Umstellungen. Geißbock-Trainer Stefan Ruthenbeck baute sein Team um und ließ nach der Pause in einem 4-3-3 spielen. Nach dem ​ersten Tor des agilen Rashica im Werder-Trikot zum 2:1 musste der FC alles auf eine Karte setzen. Kohfeldt nahm den ausgepowerten 21-Jährigen vom Platz und brachte Ishak Belfodil als zweite Spitze neben Max Kruse.


Werder verteidigte im Anschluss im 4-4-2 um die Halbräume besser zustellen zu können. In der Schlussphase wurde es mit Sebastian Langkamp noch defensiver in einer Fünferkette. Der Sieg kam nicht mehr in Bedrängnis und so waren im Werder-Lager alle erleichtert über die bestandene Prüfung im "Druckspiel". Der sichere Klassenerhalt sei das aber noch nicht, da waren sich im Anschluss alle einig.


"Wir dürfen nicht das Gefühl haben, irgendetwas erreicht zu haben. Die Freude über den Sieg ist groß, aber vor uns liegt noch viel Arbeit", warnte Kohfeld. "Mindestens noch zehn Punkte" seien in den verbleibenden acht Spielen nötig, so der 35-Jährige weiter. Am kommenden Samstag in Augsburg (15.30 Uhr) hat Werder die Chance drei davon zu holen - wie gegen Köln wird auch beim FCA eine "sehr reife Leistung" dafür nötig sein.