​Trotz eines phänomenalen Saisonstarts und solider Ergebnisse zeigt die Tendenz von Aufsteiger Hannover 96 nun wieder Richtung Tabellenkeller. Lediglich ein Sieg aus den letzten acht Spielen sorgte dafür, dass sich die Niedersachsen entgegen letzter Prognosen nun doch mit dem Thema Abstieg befassen müssen.


Was wurde zu Saisonbeginn nicht von den tollen Leistungen der Hannoveraner geschwärmt, die es den Kritikern zeigten, welche sie als Abstiegskandidat Nummer eins deklarierten. Die Niedersachsen gewannen Spiel um Spiel und setzten sich zunächst im oberen Tabellendrittel fest.


Doch im neuen Jahr herrscht Katerstimmung. Lediglich eine der letzen acht Partien konnte gewonnen werden. Der Relegationsplatz ist zwar (noch) sieben Punkte entfernt, doch die Tendenz geht ganz klar Richtung Abstiegskampf. War man sich am Ende zu sicher?

Klar, Coach André Breitenreiter und Manager Horst Heldt betonten stets, dass man als Aufsteiger nur die Abstiegsplätze in den Augen behielte. Doch redete man so auch hinter verschlossenen Türen? Oder wurden insgeheim die Saisonziele nach oben hin korrigiert? 


Erst zwei Spiele gewann man in diesem Kalenderjahr. Gegen die Schlusslichter aus Köln und Hamburg kam man nicht über ein Unentschieden hinaus. Hannover 96 läuft Gefahr, eine eigentlich gute Saison noch in den Sand zu setzen.



Zudem wird die Kluft zwischen Fans und Verein immer größer. Die Anfeindungen der Fans gegen Präsident Martin Kind und der damit verbundene Fan-Protest und Stimmungs-Boykott gehen an Spielern und Trainer auch nicht spurlos vorbei.


Hannover 96 muss sich schleunigst wieder aufs Wesentliche konzentrieren - nämlich das Sportliche. Die Saisonziele können nur erreicht werden, wenn alle Parteien an einem Strang ziehen. Auch wenn das Polster zum Keller derzeit noch ausreichend ist, die Vergangenheit hat bereits des öfteren bewiesen, was im Fußball alles möglich ist.