HSV-Interimstrainer Christian Titz legt bei seiner ersten Trainingseinheit mit den Profis mächtig los. Sechs Spieler aus dem Regionalliga-Team und der U19 waren dabei, als der 46-Jährige mit insgesamt 29 Feldspielern seine Ideen einübte. Gleich auf drei verschiedenen Trainingsplätzen wurde ein neues Spielsystem und die passenden Verschiebebewegungen einstudiert. Um 15 Uhr folgt die nächste Einheit.


Klappe die Dritte: Beim HSV soll es nun Christian Titz an der Seitenlinie richten und aus der Resthoffnung eine realistische Chance auf den Klassenerhalt werden lassen. Der beförderte U21-Coach nahm am Dienstagvormittag seinen Dienst auf und bat die HSV-Profis ab 10 Uhr zur ersten Trainingseinheit.


"Er ist ein sehr ehrgeiziger und erfahrener Trainer. Wir haben die große Idee, mit einer veränderten Einstellung eines jeden Spielers, im Heimspiel gegen Berlin anders aufzutreten", hoffte Sportdirektor Bernhard Peters auf der Pressekonferenz am Montag.

Verändert war auf jeden Fall das Aufgebot bei Titz' erstem Training. Der 46-Jährige brachte gleich fünf altbekannte Gesichter aus dem Regionalliga-Team mit, das derzeit die Nordstaffel vor der Zweitvertretung des VfL Wolfsburg anführt. Der südkoreanische Linksverteidiger Young-Jae Seo, der defensive Mittelfeldspieler Matti Steinmann sowie die Offensivkräfte Arianit Ferati und Mohamed Gouaida übten unter Titz bei den Profis. U19-Mittelstürmer Marco Drawz war ebenfalls mit von der Partie.

Mit dabei war auch wieder Lewis Holtby, dessen Vertrag in Hamburg ausläuft und der unter den Vorgängern Markus Gisdol und Bernd Hollerbach keine Rolle mehr gespielt hat. Zu Titz wird dem ehemaligen Nationalspieler ein freundschaftliches Verhältnis nachgesagt.

Dann legte der neue HSV-Coach los. Auf dem Programm stand Taktikschulung - Titz will offenbar das in der U21 so erfolgreiche 4-1-4-1-System implementieren. Auf der Tagesordnung stand daher zunächst das Verschiebe-Verhalten in der neuen Ordnung. Die 29 anwesenden Feldspieler mussten in ihren Positionsgruppen auf Zuruf zu nummerierten Stangen laufen, um so die richtigen Laufwege einzustudieren. Nach einem Bericht der ​MoPo sei das einigen Profis zu Beginn schwer gefallen.

Den Beobachtern der öffentlichen Einheit wurde schnell deutlich: Titz will mit akribischer und detailversessener Arbeit versuchen die Spieler aus ihrem Tief zu holen und ihnen klare Strukturen an die Hand geben.

Dazu nutzte er die komplette Fläche auf dem HSV-Trainingsgelände am Volkspark. Nach exakt 62 Minuten übten die Spieler bereits auf dem dritten Trainingsplatz. Die Übungen begleitete Titz dabei stets mit Erläuterungen an der Taktiktafel.

Viel Zeit bleibt den Spielern allerdings nicht, die neue Informationflut zu verarbeiten. Um 15 Uhr bittet der Interimscoach zur zweiten Einheit des Tages.