Gleich zum Wochenanfang überschlugen sich die Ereignisse beim Hamburger SV. Trainer Bernd Hollerbach wurde durch die vereinsinterne Lösung Christian Titz ersetzt. Thomas von Heesen stellten die Rothosen als neuen sportlichen Berater des Vorstands ein. Vor allem der ehemalige HSV-Profi kommt nicht ganz unbelastet zurück an den Volkspark.


​Thomas von Heesen wird in den kommenden Wochen den Hamburger SV mit seiner sportlichen Expertise unterstützen. Die Rückkehr des 56-Jährigen, der als Profi bei den Rothosen eine Legende ist, ist aber wohl ohne Wert. Laut einem Bericht der Bild hat von Heesen mit der Planung für die kommende Saison nichts zu tun. Entscheidungen sollen erst getroffen werden, wenn Vereinschef Bernd Hoffmann einen neuen Sportvorstand ausfindig gemacht hat.


Zudem soll von Heesen in der Branche einen schlechten Ruf haben. Beim HSV machte er bereits Wahlkampf für die Initiative „HSV plus“, wofür der Fußballlehrer-Lizenzinhaber 2014 in den Aufsichtsrat der AG berufen wurde. Mit Geschäftspartnern bot er dem HSV Batuhan Altintas an, der sich an der Elbe nie durchsetzte und aktuell an Giresunspor verliehen ist.

Nach acht Monaten stieg von Hessen aus dem Aufsichtsrat aus und verhandelte im Anschluss – angeblich im Auftrag von Ex-Manager Dietmar Beiersdorfer – mit der dubiosen maltesischen Investorengruppe Doyen Sports. Laut der Enthüllungsplattform Football Leaks versuchte von Heesen im März 2015 Anteile an sechs Spielern zu verkaufen – für 12,2 Millionen Euro. Betroffen sollen unter anderem Pierre-Michel Lasogga, Jonathan Tah, Maximilian Beister sowie Cléber gewesen sein.


Vorstandsvorsitzender Frank Wettstein äußert sich auf Bild-Nachfrage zu den Vorwürfen. „Das ist für mich überhaupt kein Problem. Ich habe das zur Kenntnis genommen“, erklärt der 45-Jährige. „In den Text-Passagen steht auch drin, dass ich damals nicht an diesen Gesprächen teilgenommen habe, sondern mein damaliger Kollege (Beiersdorfer, Anm. d. Red.).“