Die Metamorphose des Lucas Alario. Beim 2:0-Erfolg im Topspiel gegen Gladbach war Bayers Torjäger der Mann des Spiels. Ein Tor, eine Vorlage und viele weitere gute Szenen - der Argentinier hatte immer seine Füße im Spiel. Sein Trainer lobte die Umtriebigkeit des Mittelstürmers. Kollege Julian Brandt verglich ihn sogar mit einem Weltklasse-Kollegen.


Lucas Alario macht Bayer froh. Leverkusens argentinischer Angreifer war beim 2:0-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach der entscheidende Akteur auf dem Platz. Den Führungstreffer besorgte der 25-Jährige nach sehenswerter Vorarbeit von Leon Bailey und Kevin Volland selbst, die Entscheidung durch Julian Brandt in der Nachspielzeit legte Alario auf.


Dazwischen war der 24 Millionen Euro teure Sommer-Neuzugang an jeder gefährlichen Aktion der Werkself beteiligt. Sechs Torschüsse feuerte der dreifache Nationalspieler ab, über 11,5 Kilometer war er unterwegs und brachte 80 Prozent seiner Pässe an die Kollegen. Es war wohl seine beste Leistung im Bayer-Trikot.


Lob gab es hinterher von allen Seiten. Rudi Völler freute sich besonders über Alarios siebten Saisontreffer: "Das erste Tor war ein klassischer Mittelstürmer-Treffer. Wie er die Bälle abschirmt - das macht er sehr gut. Dafür haben wir Lucas geholt“, so der Bayer-Sportchef zur Bild.

​Der eingewechselte Julian Brandt verglich den Vorlagengeber zu seinem 2:0 mit dem wohl besten Bundesliga-Stürmer: "Lucas ist ein fantastischer Arbeiter. Er erinnert mich ein bisschen an Robert Lewandowski", lobte der Nationalspieler gegenüber dem kicker.

An die 23 Saisontore des Polen kommt Alario zwar nicht heran, mit jetzt schon fünf Assists hat er aber vier Vorlagen mehr auf dem Konto als der Bayern-Torjäger. In der Form vom Gladbach-Spiel erinnert der Argentinier in der Tat ein wenig an einen Mini-Lewandowski. Alario war nicht nur in Mittelstürmer-Manier zur Stelle, sondern leistete auch wertvolle Arbeit für die Mannschaft. Er war ständig unterwegs, sicherte viele Bälle und war im Defensiv-Verhalten stark. 


"Über seine Torgefährlichkeit wissen wir alle längst bescheid. Aber jetzt arbeitet er auch richtig gut, ist aggressiv, hat viele Balleroberungen. Ich bin zufrieden. Der Weg geht in die richtige Richtung", befand Heiko Herrlich.

Qualitäten, die der Argentinier in seinen Auftritten zuvor nicht immer zeigte. Auch deshalb pendelte er nach seinem Last-Minute-Wechsel im Sommer meist zwischen Startelf und Bank. Zuletzt durfte er in Wolfsburg und gegen Gladbach wieder zweimal von Beginn an auflaufen und dankte es dieses Mal mit starken Auftritten. Je ein Tor und eine Vorlage gelangen ihm bei den beiden Erfolgen der Werkself. In Wolfsburg war er mit einem verwandelten Strafstoß zur Stelle, um dessen Ausführung er zuvor mit Stamm-Schütze Wendell diskutierte. Der Brasilianer überließ letztlich Alario.

Für den hatte der Treffer aus elf Metern große Bedeutung. "Ich fühle mich immer wohler hier. Letzte Woche der Elfmeter in Wolfsburg war sehr wichtig für mich" erklärte er nach seiner Glanzleistung gegen die Fohlen. Das gestiegene Selbstvertrauen war ihm deutlich anzumerken. In dieser Form dürfte Bayer-Coach Herrlich nicht mehr um den Mittelstürmer herumkommen.