Der HSV entlässt Bernd Hollerbach. Nach der desolaten Vorstellung in München muss der 48-Jährige nach nur sieben Wochen als HSV-Trainer seinen Hut nehmen. Ein Sieg gelang ihm in dieser Zeit nicht. Nun soll es der Reserve-Coach richten.


​Das Beben beim Hamburger SV steigt auf die nächste Stufe in der Richterskala. Nach Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt muss auch Bernd Hollerbach gehen. Der 48-Jährige ist ab sofort nicht mehr Trainer des taumelnden Bundesliga-Dinos. Das teilte der Verein am Montag offiziell mit. Auch die Co-Trainer Rodolfo Cardoso, Steffen Rau, Torwart-Trainer Stefan Wächter und Teammanagerin Maria Wallenborn müssen gehen.


U21-Coach Christian Titz übernimmt bis zum Saisonende und wird am Dienstag seine erste Trainingseinheit leiten. Der 46-Jährige führt derzeit mit dem Reserve-Team die Regionalliga Nord an. Nun soll ihm gelingen, was zuvor Markus Gisdol und Hollerbach vergeblich versucht hatten. Ex-Spieler Hollerbach hatte seinen "Herzensklub" Ende Januar als Trainer übernommen, war aber mit nur drei Unentschieden und vier Niederlagen gnadenlos gescheitert. Der erste Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte ist kaum mehr aufzuhalten.

"Wir haben die sportliche Gesamtlage nach der 0:6-Niederlage in München intensiv analysiert und diskutiert", erklärte Vorstandschef Frank Wettstein. "Am Ende sind wir zur Überzeugung gelangt, dass wir im Hinblick auf unsere Chancen im Kampf um den Klassenerhalt handeln mussten."


Die 0:6-Klatsche in München und Hollerbachs Kritik im Anschluss am Zeitpunkt der Entlassung von Bruchhagen und Todt haben die Vereinsspitze um Präsident Bernd Hofmann wohl dazu veranlasst, erneut die Reißleine zu ziehen. Intern soll schon vor dem Spiel beim Rekordmeister die Kritik an Hollerbach gewachsen sein. Hollerbach soll die Mannschaft nicht mehr erreicht haben - angesichts von nur gut sieben Wochen im Amt kaum zu glauben. 


Sein Auftreten als HSV-Coach bleibt unglücklich. Gegen die Bayern hatte sich sein Team von Beginn an aufgegeben. Der Magath-Zögling wiederholte in der Öffentlichkeit dennoch gebetsmühlenartig seine Phrasen-Rhetorik. "Alles reinhauen bis zum Ende", wolle er. Das ist nun früher gekommen als gedacht - auch weil Hollerbach dem Team sportlich keine neuen Impulse geben konnte. So bleibt seine Negativserie bestehen. Hollerbach hat mit dem HSV und den Würzburger Kickers seit 18. Dezember 2016 kein Pflichtspiel mehr gewonnen. Die Rothosen warten seit November vergangenen Jahres auf einen Sieg.