Hamburg's players react after the German first division Bundesliga football match Bayern Munich vs Hamburger SV in Munich on March 10, 2018. / AFP PHOTO / Guenter SCHIFFMANN / RESTRICTIONS: DURING MATCH TIME: DFL RULES TO LIMIT THE ONLINE USAGE TO 15 PICTURES PER MATCH AND FORBID IMAGE SEQUENCES TO SIMULATE VIDEO. == RESTRICTED TO EDITORIAL USE == FOR FURTHER QUERIES PLEASE CONTACT DFL DIRECTLY AT + 49 69 650050
        (Photo credit should read GUENTER SCHIFFMANN/AFP/Getty Images)

Zwischen Niedergang und Niedertracht: Was im HSV-Chaos untergegangen ist

Land unter beim Hamburger SV. Gegen den FC Bayern München fand die sportliche Talfahrt der Rothosen in einer 6:0-Klatsche ihren Höhepunkt - genauer: Tiefpunkt. Neben der sportlichen Misere sorgte Sven Schipplock mit einer deftigen Spitze gegen die Mannschaftskollegen für weiteren Zündstoff. Endgültig besiegelt wurde das HSV-Chaos durch einige Unruhestifter, die die Hamburger Trainingsstätte mit einem unmenschlichen Banner entweihten. Komplett in den Hintergrund gerieten vier bemerkenswerte Themen.

1. Wie weit reicht Dennis Diekmeiers Schmach?

Der schlechteste Hamburger musste bereits nach 23 Minuten duschen gehen. Trainer Bernd Hollerbach nahm den sichtlich überforderten Dennis Diekmeier früh vom Platz, der anschließend von den Rängen und im Netz Hohn und Spott erntete. "Wenn er so spielt, ist es besser ihn rauszunehmen. Sonst stehst du ja mit zehn Mann da", strafte Huub Stevens den Außenverteidiger im Sport1 Doppelpass ab. Bei aller Schadenfreude lässt diese Schmach allerdings alle Alarmglocken klingeln. Immerhin ist Diekmeier dienstältester HSV-Profi, zitterte sich bereits mehrfach mit den Norddeutschen zum Klassenerhalt. Darüber hinaus ist der 28-Jährige im Mannschaftsrat des Bundesliga-Dinos, der beim heutigen Training gemeinsam mit Trainer Bernd Hollerbach tagte - ohne Diekmeier. Seinen im Sommer auslaufenden Vertrag an der Elbe wird der Rechtsverteidiger nicht verlängern; bis dahin könnte es jedoch noch ordentlich knistern und knallen.

2. Hoffnung ohne Hoffnungsträger?

Die Zukunft beim HSV soll Jann-Fiete Arp gehören. Der Stürmer ist eines der heißesten Eisen im deutschen Nachwuchs und steht ausgerechnet beim Hamburger SV unter Vertrag. So wirklich in die Spur bringen die 'Rothosen' ihren Hoffnungsträger aber nicht. Trainer Bernd Hollerbach strich den 18-Jährigen nach dem Abschlusstraining am Freitag aus dem Kader, andere "hätten die Nase vorn". Zuletzt wurde der Stürmer mit einem Wechsel zum FC Bayern München in Verbindung gebracht. Im Münchner Schützenfest ging das Fehlen des Super-Youngster verloren, verdient jedoch eine Diskussion. Ob Liga 1 oder Liga 2 - Spieler wie Fiete Arp darf der HSV nicht verheizen.

3. Vagnoman wird jüngster HSV-Spieler

Denn anscheinend will man beim Hamburger SV den Fokus mehr auf die eigene Talentschmiede legen. Bernd Hollerbach machte gegen die Bayern den erst 17-Jährigen Josha Vagnoman zum jüngsten Bundesliga-Spieler der HSV-Geschichte; er löste Jonathan Tah ab, der mittlerweile in Leverkusen spielt. Neben dem nicht berücksichtigten Fiete Arp ist Vagnoman der zweite HSV-Kicker aus dem 2000er Jahrgang, der Bundesliga-Luft schnupperte. Der gelernte Linksverteidiger ist ein Hamburger Eigengewächs und darf sich nun bei den Profis unter Beweis stellen. Der Zeitpunkt könnte bedeutend besser sein.

4. Dem HSV gehen die Innenverteidiger aus

Gegen Hertha BSC  könnte Bernd Hollerbach seine letzte Chance als HSV-Trainer bekommen. Zu den vielen Baustellen, die der Übungsleiter beheben muss, gesellen sich auch noch Probleme in der Innenverteidigung. "Durch die Krankheit von Mergim Mavraj haben wir nur noch zwei Innenverteidiger“, stellte Hollerbach bereits vor dem Bayern-Spiel fest. Youngster Stephan Ambrosius, der sich zuletzt mehrfach im Aufgebot der Hanseaten wiederfand, plagen Patellasehnenprobleme. Auch Bjarne Thoelke ist nach einer langen Ausfallzeit noch nicht einsatzbereit.