Wenn der Hamburger SV den FC Bayern München besuchen kommt, dann gibt's Haue. Nach zuletzt zwei 8:0- und einer 5:0-Klatsche, geriet der HSV auch am heutigen Samstag in der Allianz Arena unter die Räder. 6:0 lautete das Endergebnis, das den Norddeutschen noch einen weiteren Schritt in Richtung Abstieg bugsiert. Stürmer Sven Schipplock platzte nach dem Abpfiff der Kragen - seine Wut richtete sich ausgerechnet gegen die eigenen Mitspieler.


Der 1. FC Köln war und ist weiterhin quasi abgestiegen. Was man den Domstädtern allerdings zugute halten muss: sie sträuben sich in geschlossener Reihe gegen das Unvermeidliche. Ein gänzlich anderes Bild zeichnet sich beim HSV ab. Beim Bundesliga-Dino hängt nach der 6:0-Ohrfeige beim FC Bayern München der Haussegen komplett schief. Oder nicht durch die Blume gesprochen: Der HSV bricht komplett auseinander.


"Die sollte man mal fragen..."


Angesprochen auf die Schmähgesänge von den Zuschauerrängen, holte Sven Schipplock zum verbalen Schlag gegen die eigenen Leidgenossen aus: "Mich interessiert eher die Leistung und die Einstellung bei manchen und das ist das viel Schlimmere als die Zurufe der Fans", wütete er am NDR-Mikrofon. Wie der HSV beim deutschen Rekordmeister im Abstiegskampf so lust- und mutlos auftreten könne? "Keine Ahnung, wie so etwas möglich ist. Die sollte man mal fragen...“

Unter dem eigentlich als Feuerwehrmann verpflichteten Trainer Bernd Hollerbach warten die 'Rothosen' noch immer auf den ersten Sieg. Drei Unentschieden stehen in der Ära Hollerbach schon vier Niederlagen gegenüber. Sollte der 1. FC Köln im Kellerduell gegen den SV Werder Bremen punkten, rutschen die Norddeutschen abgeschlagen auf den 18. Tabellenplatz ab. Ob überhaupt noch ein Spiel unter Bernd Hollerbach als Cheftrainer hinzu kommt, ist äußerst fraglich. Denn sportlich wie auch menschlich kriselt es beim Hamburger SV gewaltig.