​Am Samstagnachmittag setzte sich der FC Bayern München gegen den Hamburger SV mit spielerischer Leichtigkeit 6:0 durch. Bereits nach 19 Minuten hatten die Bayern drei Mal getroffen und schalteten danach in den Schongang um. Dennoch gelangen den Münchnern in der zweiten Halbzeit noch drei weitere Treffer. Der Hamburger SV bot hingegen, insbesondere in der ersten Halbzeit, einen fast schon bemitleidenswerten Anblick und musste einen weiteren Tiefschlag im Abstiegskampf hinnehmen.


FC Bayern München - Hamburger SV 6:0 (3:0)

Tore: 1:0 Ribery (8.), 2:0 Lewandowski (12.), 3:0 Lewandowski (19.), 4:0 Robben (55.), 5:0 Ribery (81.), 6:0 Lewandowski (FE, 90.)

Verschossener Elfmeter: Lewandowski (86.)



Nach dem souveränen 4:0-Erfolg gegen den SC Freiburg am 25. Spieltag, stellte Bayern-Trainer Jupp Heynckes sein Team auf vier Positionen um. Auf den Flügeln durften die Altmeister Franck Ribery und Arjen Robben wieder ran. Juan Bernat und Corentin Tolisso mussten dafür weichen. In der Sturmspitze verdrängte Robert Lewandowski seinen Vertreter Sandro Wagner. In der Schaltzentrale im Mittelfeld, entschied sich der 72-Jährige Cheftrainer für Javier Martinez. Der zuletzt formidable Thiago bekam eine Verschnaufspause.


Gäste-Coach Bernd Hollerbach nahm im Vergleich zum enttäuschenden 0:0 im Abstiegsduell gegen den 1. FSV Mainz nominell nur eine Veränderung vor. Dabei stellte der 48-Jährige auf eine Fünferkette um. Der erfahrene Dennis Diekmeier ersetzte dabei den jungen Bakery Jatta und sollte auf rechts die Seite dicht machen. In der Offensive erhielt erneut Sven Schipplock von Beginn an das Vertrauen. Jann-Fiete Arp suchte man in der Startelf wieder einmal vergeblich. Der Hoffnungsträger wurde von seinem Trainer nicht einmal nach München mitgenommen.


Vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena war den Münchnern von Beginn an anzumerken, dass sie die Hanseaten nicht auf die leichte Schulter nehmen wollten. Der Druck zahlte sich bereits nach acht Minuten aus. Beim 1:0 durch Franck Ribery profitierte der Rekordmeister aber auch von einem unglücklichen Klärungsversuch von HSV-Kapitän Gotoku Sakai, der das Leder dem Franzosen unfreiwillig auf dem Silbertablett präsentierte. Der Flügelflitzer ließ sich nicht zwei Mal bitten und nachdem er HSV-Keeper Christian Mathenia umkurvte, schob er den Ball unbedrängt über die Linie.

FC Bayern Muenchen v Hamburger SV - Bundesliga

Franck Ribery machte mit der HSV-Defensive was er wollte



Nur vier Minuten später klingelte es bereits zum zweiten Mal. Joshua Kimmich wurde bei einer Flanke von rechts überhaupt nicht bedrängt und im Zentrum setze sich Robert Lewandowski gegen Gotoku Sakai spielerisch durch und köpfte den Ball unhaltbar ins Netz. Die Hamburger offenbarten, in ihrer auf dem Papier kompakt anmutenden Fünferkette, viel zu viele Lücken und kamen fast immer einen Schritt zu spät. 


Nur logisch, dass die Bayern-Fans in der 19. Spielminute erneut jubeln durften. Erneut war es Robert Lewandowski, der den Ball nach einer schönen Vorlage von Jerome Boateng und David Alaba, an dem bemitleidenswerten Christian Mathenia vorbei, in die Maschen jagte. Was für eine Ansage der Bayern und was für ein Armutszeugnis der Hanseaten!


In der 24. Spielminute zog Bernd Hollerbach die Notbremse und wechselte den völlig überforderten Dennis Diekmeier aus. Der erst 19-Jährige Vasilije Janjicic sollte es nun richten. Zudem stellte der HSV-Trainer auf eine Viererkette um. Doch auch danach hatten die Bayern noch immer alles unter Kontrolle und hätten das Torekonto in der ersten Halbzeit noch mehr in die Höhe schrauben können. Jedoch nahmen die Münchner doch sichtlich den Fuß vom Gaspedal und so waren die Hamburger zum Halbzeitpfiff mit 3:0 noch halbwegs gut bedient.


Robben nimmt Tempo auf  - Hamburg weiter chancenlos


Für die zweiten 45 Minuten brachte Jupp Heynckes Corentin Tolisso für Arturo Vidal. In der 48. Spielminute hätte Thomas Müller um ein Haar mit einem Hackentreffer dem Schaulaufern der Bayern die Krone aufgesetzt. Der Versuch landete aber knapp neben dem Kasten. Die Münchner hatten weiterhin keine Mühe, die wacklige Defensive der Hamburger auseinander zuspielen. In der 55. Spielminute durfte dann auch Arjen Robben mal ran. Der Ball prallte zuvor unglücklich von Innenverteidiger Rick van Drongelen ab und landete vor den Füßen des Niederländers, der den Ball aus rund 16 Metern in die Maschen wuchtete.

FC Bayern Muenchen v Hamburger SV - Bundesliga

Arjen Robben zeigte kurz nach Wiederanpfiff keine Gnade



In der 61. Spielminute rasselten Corentin Tolisso und Vasilije Janjicic zusammen. Der Franzose musste kurz darauf ausgewechselt werden und wurde durch Sebastian Rudy ersetzt. Auch Arjen Robben durfte frühzeitig duschen. Für ihn durfte Thiago sein Können unter Beweis stellen. Nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung scheiterte der Spanier nur knapp an Chritian Mathenia.


Die Bayern gaben nicht mehr hundert Prozent, mussten sie gegen unbeholfene Hamburger aber auch nicht. Offensive Entlastungen gab es auch weiterhin bei den Haseaten überhaupt nicht. In der 76. Spielminute hätte Mats Hummels eigentlich das 5:0 erzielen müssen. Nach einer Vorlage von Thomas Müller, der sich auf der rechten Seite wieder einmal viel zu einfach durchsetzte, ließ der Innenverteidiger aus wenigen Metern Torentfernung die Chance liegen und schoss links am Tor vorbei.


Den Klassenunterschied der beiden Mannschaften machte Franck RIbery dann mit seinem Treffer zum 5:0 in der 81. Spielminute noch einmal überdeutlich. Dabei kamen Erinnerungen an die Olympischen Spiele in Pyeongchang auf. Der 34-Jährige ließ seine Gegner wie Slalomstangen stehen und schlenzte den Ball aus kurzer Distanz an Christian Mathenia vorbei ins Tor. Kurz darauf leistete sich der Rekordmeister einen kleinen Schönheitsfehler Robert Lewandowski ließ einen berechtigten Elfmeter liegen und schoss den Ball über das Tor. Nur wenig später durfte der Pole nach einem Foul von Filip Kostic noch einmal vom Punkt ran und versenkte das Leder dieses Mal souverän im rechten Eck. Kurz darauf erlöste Schiedsrichter Christian Dingert die Hanseaten mit seinem Schlusspfiff.


Spieler des Spiels:

Franck Ribery versprühte insbesondere in der ersten Halbzeit jede Menge Spielfreude und machte mit der HSV-Defensive, was er wollte. Seine Gala-Form unterstrich der Franzose in der zweiten Halbzeit, durch seinen Slalomlauf vor dem 5:0.


Flop des Spiels:

HSV-Kapitän Gotoku Sakai war an den ersten beiden Gegentreffern direkt beteiligt und konnte auch sonst seiner Mannschaft überhaupt keine Stabilität verleihen. Der Japaner gewann dabei nur 27 Prozent seiner Zweikämpfe.


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