Zum Top-Spiel des 26. Bundesligaspieltags stehen sich am Samstagabend (18:30 Uhr) Borussia Mönchenglabdach und Bayer 04 Leverkusen in der 79. Auflage des rheinischen Derbys gegenüber – dabei trifft VfL-Mittelfeldregisseur Christoph Kramer auf seinen Ex-Verein. Im Interview mit dem Sportbuzzer verriet der 27-Jährige, dass er sich am Niederrhein immer noch pudelwohl fühlt und eine hundertprozentige Identifikation mit der Borussia verspürt.


Düsseldorf, Bochum, Leverkusen, Gladbach – Christoph Kramer ist ein echter Rheinländer! Nachdem der gebürtige Solinger bereits für drei West-Vereine aktiv war, scheint er im Alter von 27 Jahren bei der Borussia endlich sein Glück gefunden zu haben. „[Hier] existiert eine einheitliche Philosophie, niemand wird hier verrückt, wenn es mal Wellenbewegungen gibt wie in dieser Saison. Auch dann wird an Richtlinien, die nachgewiesenermaßen richtig sind für den Verein, festgehalten. Damit kann ich mich hundertprozentig identifizieren“, erklärte er und schob hinterher: „Warum also sollte ich über einen Wechsel nachdenken?! Ich habe hier so vieles, was ich schätze und liebe.“

Der Mittelfeldstratege ist auf dem Boden geblieben, hob auch nach dem Gewinn des WM-Pokals im Jahr 2014 nicht ab – weshalb ihm die Nähe zur Familie und zu Freunden immer wichtiger wäre, als noch mehr Geld. „Wenn man sich nur noch über Geld definiert, ist das ganz sicher der falsche Weg“, sagte er. „Wie viele Autos will man denn noch zu Hause stehen haben?! Deshalb ist noch mehr Geld ab einer Summe X für mich kein Anreiz. Aber so muss das ja nicht jeder sehen.“


Auch zum Thema Montagsspiele hat der 27-Jährige eine klare Meinung: „Dass bei Borussia Dortmund 25.000 Fans wegbleiben, das ist ein ganz krasses Zeichen! Ich jedenfalls finde es immer noch am geilsten, wenn alle neun Spiele am Samstag um 15.30 Uhr angepfiffen werden. Das sage ich nicht nur als Fußball-Liebhaber, sondern gerade auch als Spieler. Wenn du unten auf dem Rasen stehst und plötzlich die Tormeldungen auf der Anzeigetafel aufleuchten und ein Raunen durch die Menge geht, das ist doch eine geile Atmosphäre. Deshalb habe ich jede Empathie für die Fans, die es traurig oder sauer macht, wenn montags ein Spiel angepfiffen wird.“


Dass daran letztlich auch die Spieler verdienen, ist Kramer durchaus bewusst. „Trotzdem bleibe ich dabei, dass Fußball in erster Linie immer Begeisterung und Leidenschaft sein wird“, betonte er und fügte an: „Wir alle müssen höllisch aufpassen, dass wir die, die den Fußball tragen – und das sind am langen Ende immer die Fans –, nicht verlieren.“