Das späte Gegentor blieb "der einzige Makel". RB-Kapitän Willi Orban freute sich nach dem 2:1-Sieg über Zenit St. Petersburg über die "ordentliche Ausgangsposition" für das Rückspiel im Europa-League-Achtelfinale. Tags zuvor sprach der Innenverteidiger über seine Ziele in Leipzig, seinem Traum vom DFB-Team und einen möglichen Wechsel in die Premier League.


Es lief die 86. Spielminute. Der ehemalige italienische Nationalspieler Domenico Criscito setzte zum direkten Freistoß an und zirkelte den Ball herrlich über die Mauer in die Maschen des Leipziger Gehäuses. Vier Minuten haben Leipzig gefehlt, um im Hinspiel des Europa-League-Achtelfinals ein "Traumergebnis" vorzulegen. Der 31-jährige Kapitän von Zenit St. Petersburg hat das verhindert.


Und dennoch, der Europa-Neuling lieferte gegen den russischen Vertreter eine starke Vorstellung ab. Bruma und Timo Werner hatten zuvor für die verdiente 2:0-Führung des amtierenden Vizemeisters gesorgt. Der ​2:1-Sieg bleibt eine gute, wenn auch nicht optimale Ausgangsposition für das Rückspiel kommenden Donnerstag in St. Petersburg (19 Uhr).


In der Defensive hatten die Leipziger bis zu besagtem Freistoß kurz vor Spielende kaum etwas zugelassen. RB-Kapitän Willi Orban hatte die Offensive der Gäste aus Russland zusammen mit seinen Nebenleuten gut im Griff. Orban zeigte sich nach dem Spiel zufrieden. Der Anschlusstreffer wurmte den Innenverteidiger aber: "Das späte Gegentor ist der einzige Makel an einer sonst guten Leistung von uns. Wir haben eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel, die wir nutzten wollen", sagte der 25-Jährige.

Seit 2015 läuft er für das RB-Imperium auf. Vor der Saison hatte Orban die Kapitänsbinde von Dominik Kaiser übernommen. Mit RB hat der ehemalige U21-Nationalspieler noch große Ziele, sein Vertrag in Leipzig läuft noch bis 2022. "Ich habe mit dem Schritt nach Leipzig alles richtig gemacht und nicht umsonst einen langfristigen Vertag unterschrieben. Ich habe noch einiges vor mit dem Verein", erklärte er in einem Interview mit Sport1 schon am Mittwoch vor dem Duell mit St. Petersburg. 


Viel vor heißt für Orban Titel sammeln: "Das wäre sehr cool. Da ist es zweitrangig, ob DFB-Pokal oder eventuell Europa League. Oder die Meisterschaft. Die wäre natürlich sensationell." Angesichts der Phalanx des FC Bayern sei das aber ein sehr schwieriges Unterfangen. "Dennoch, im Fußball kann viel passieren. Wir müssen vieles richtig machen und Bayern müsste einiges falsch machen", äußerte er seine Hoffnungen.

Neben den Zielen mit seinem aktuellen Klub hat Orban auch seinen persönlichen Traum von der Nationalmannschaft noch nicht aufgegeben. "Eine WM oder EM zu spielen, das wäre schon etwas Besonderes und ein außergewöhnliches Gefühl", gab er zu. Die Konkurrenz im DFB-Team gerade auf seiner Position ist allerdings groß - Bundestrainer Joachim Löw hat Orban derzeit wohl nicht auf dem Zettel. 


Ein weiterer Traum, den Orban verfolgt, bleibt ein Wechsel in eine andere Liga. Die Insel hat er dabei besonders im Blick: "Ich möchte das Ausland nicht ausschließen - gerade die Premier League. Aber das kann noch ein bisschen warten", schränkte er ein.