"Wenig" habe er gesehen, das ihm gefallen hat. Peter Stöger war nach dem miserablen Auftritt seiner Mannschaft im Hinspiel des Europa-League-Achtelfinals gegen RB Salzburg konsterniert. In der Offensive enttäuschte der BVB auf ganzer Linie - mal wieder. Am Ende mussten sich die Borussen dem österreichischen Aussenseiter mit 1:2 geschlagen geben und hatte dabei noch Glück, dass das Ergebnis nicht höher ausgefallen war. Der BVB-Coach fand deutliche Worte.


In der Halbzeit wurden vereinzelt Pfiffe laut, nach dem Spiel setzte es ein gellendes Pfeifkonzert für den BVB. Die eigenen Anhänger waren sauer und frustriert über das, was sich die 90 Minuten zuvor auf dem Rasen im Signal-Iduna-Park abgespielt hatte. Es war die Rückkehr zum "Beamtenfußball", wie es Sportdirektor Michael Zorc beim letzten Bundesliga-Heimspiel gegen Augsburg noch genannt hatte.


Peter Stöger ging deshalb auch mit seiner Mannschaft nach der ​blamablen ​1:2-Pleite gegen den österreichischen Meister FC Red Bull Salzburg, wie er in der Europa League offiziell heißt, ungewohnt hart ins Gericht. "Das Tempo ist nicht hochgehalten worden. Das hat es dem Gegner leichter gemacht. Salzburg hat sich darauf eingestellt, ist mutiger geworden. Erst in der Endphase wollten wir etwas verändern. Dazwischen war relativ viel Leerlauf. Damit sind wir nicht zufrieden", betonte der BVB-Coach. 


Die Leistung des "Defensivverbunds" sei aber in Ordnung gewesen. "Ich hatte schon das Gefühl, dass wir uns dagegenstellen. Vom Spiel hinten heraus war das gar nicht so schlecht", beurteilte Stöger. "Aber in der nächsten Etappe war das zu wenig. Im Zentrum ging zu oft ein Pass zurück statt nach vorne", analysierte er kurz nach der Partie auf der Pressekonferenz.

Warum das so war, wusste der Österreicher selbst nich so recht. "Es ist schwer für mich, das zu erklären, eine halbe Stunde nach dem Spiel. Vom Aufwand her, von dem was wir betrieben haben, von der Bewegung - vor allem im offensiven Bereich - war das sehr dürftig", haderte Stöger. Für Red Bull Salzburg sei das "vielleicht das Spiel des Jahres" gewesen. "Eine gut organisierte und giftige Mannschaft kann man so nicht ausspielen."



Sehr deutlich wiederholte Stöger die dürftige Leistung seines Teams: "Da kann nichts aus wenig Arbeit entstehen. Wir haben den Aufwand nicht betrieben. Mag daran liegen, dass wir in letzter Zeit viele Spiele gehabt haben und müde waren. Zufriedenstellend war das nicht."


Am nächsten Donnerstag (15.3. 21.05 Uhr) muss der BVB nun in Salzburg deutlich mehr Aufwand betreiben, um den Rückstand doch noch aufzuholen und ins Viertelfinale einzuziehen. Mindestens zwei Treffer werden dazu nötig sein.