Divock Origi ist ein Gesicht der Wolfsburger Krise. Ein magerer Treffer gelang der Liverpool-Leihgabe seit dem elften Spieltag. Bruno Labbadia will dennoch weiter am 22-Jährigen festhalten und ihm aus seiner Torflaute helfen. Der neue VfL-Coach fordert allerdings mehr von seinem Stürmer - das Potenzial dazu sei vorhanden.


Eigentlich sollte Divock Origi nach dem Abgang von Mario Gomez im Winter die Torjäger-Rolle beim VfL Wolfsburg endgültig übernehmen und mit seinen Treffern die Wölfe in der Rückrunde wieder weiter nach oben führen. Doch dem belgischen Nationalspieler gelang seit dem Jahreswechsel erst ein mageres Tor - ausgerechnet im Duell mit dem VfB Stuttgart und seinem​ früheren Sturmpartner Gomez.


Origi steckt, wie der Rest des Teams, in der Krise. Zu Saisonbeginn startete sein Leih-Engagement beim VfL noch verheißungsvoll. Ob als Außenstürmer oder im Angriffszentrum, der 22-Jährige zeigte ansprechende Leistungen und legte bis zum elften Spieltag gute vier Tore und eine Vorlage auf. ​Schnell wurden Rufe laut, der VfL solle sich um eine ​feste Verpflichtung bemühen. Immerhin 6,5 Millionen Euro Gebühr bezahlen die Wölfe an den FC Liverpool, damit sich Origi für eine Spielzeit das VfL-Trikot überstreift.


Doch seit Anfang November kam auf das Tor-Konto von Origi nur noch besagter Treffer gegen Stuttgart hinzu. Sein neuer Trainer Bruno Labbadia setzt dennoch weiter auf den Belgier, auch weil ihm die Alternativen fehlen. Wie er mit der Torflaute seines Angreifers umgehen muss, weiß der ehemalige Bundesliga-Stürmer wohl am besten. "Ich habe mich zuletzt täglich mit Divock beschäftigt. Das waren Hinweise im Training und ein bis zwei Gespräche, in denen ich herausfinden wollte, was in ihm vorgeht und wie er sich fühlt", beschrieb Labbadia auf der Pressekonferenz am Donnerstag.


Mit Origis Leistungen aus den beiden Spielen in Mainz und ​gegen Leverkusen ist Labbadia jedenfalls nicht zufrieden: "Es ging auch darum, was ich von ihm verlange. In den vergangenen zwei Spielen hat er nicht das gezeigt, was wir glauben, was er kann und was er auch schon gezeigt hat", sieht er dennoch das Potenzial im Belgier.

Lob gab es dagegen für einen Youngster, der schon Vorgänger Martin Schmidt positiv aufgefallen war. Der Deutsch-Albaner Elvis Rexhbecaj schnürt schon seit 2010 die Fußballschuhe für die Wölfe und durchlief dabei sämtliche Junioren-Teams. Beim Sieg in Hannover Ende Januar ​feierte der 20-Jährige sein Bundesliga-DebütRexhbecaj kam sechs Minuten vor dem Ende in die Partie.


In den vergangenen sechs Begegnungen stand er immer im Aufgebot der Profis. Verdient hat er sich das mit engagierten Leistungen im Training, wie Labbadia bestätigte. "Elvis macht es sehr gut. Ich merke, dass er Feuer hat und sich unbedingt über das Training anbieten möchte. Das war von Anfang an so. Der Vorteil bei ihm ist, dass er mehrere Positionen spielen kann und die Aufgabe mit großem Herz angeht", lobte der VfL-Coach.

Hannover 96 v VfL Wolfsburg - Bundesliga

Rexhbecaj freut sich nach seinem Bundesliga-Debüt in Hannover mit den VfL-Fans



Große Hoffnungen auf viele Einsatzminuten am kommenden Samstag in Hoffenheim (15.30 Uhr) kann sich der Youngster allerdings nicht machen. "Es gibt einen Unterschied zwischen dem Training und der Bundesliga, da fehlt natürlich für unsere aktuelle Situation noch die Erfahrung", glaubt Labbadia. Für die Zukunft dürfte Rexhbecaj aber immer mehr zur Alternative im defensiven Mittelfeld werden.