Paukenschlag beim Hamburger SV. Sportchef Jens Todt und Vorstandsboss Heribert Bruchhagen sollen den Weg für die sofortige Neuausrichtung frei machen. Im Netz reagieren die Anhänger teils mit Zustimmung, haben aber auch viel Hohn und Spott übrig.


​Das ​HSV-Beben und seine Folgen. Sportlich droht dem Dino das zwischenzeitliche Bundesliga-Aussterben. Sieben Punkte beträgt der Rückstand für das Team von Bernd Hollerbach neun Spieltage vor Schluss auf den Relegationsplatz. Selbst die eingefleischtesten HSV-Anhänger haben sich von der Mannschaft abgewendet. 


Abgewendet haben sich auch Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt - besser gesagt, sie sind abgewendet worden. Das sportliche Führungsduo wurde am Donnerstagmorgen mit sofortiger Wirkung entlassen, wie der Verein mitteilte. Bernd Hoffmann hat ab sofort als Präsident des Vereins und Aufsichtsratsvorsitzernder der Fußball AG die Fäden komplett in der Hand. Die zu diesem Zeitpunkt überraschende Trennung von Bruchhagen und Todt ​begründete der 55-Jährige in der Neuausrichtung des Klubs, die sofort beginnen müsse. Als Reaktion postete Arndt Zeigler, bekannt aus seiner WDR-Show "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs", einen flüchtenden Dinosaurier.

In den sozialen Medien ist vor allem eines spürbar: jede Menge Hohn und Spott. Auch wenn das jüngste Beben die Neuausrichtung vorantreiben mag, der HSV bestätigt mal wieder das Bild eines Chaos-Vereins. Twitter-User Daniel Cottäus sieht das ähnlich. Er fordert den Streaming-Dienst Netflix sarkastisch dazu auf, bald eine Serie über den HSV zu zeigen, mit dem passenden Namen "House of Chaos", in Anlehnung auf die US-Erfolgsserie "House of Cards".

Max Fritzsching, Autor der Fußball-Satire-Seite FUMS, hat einen passenden Vorschlag für die Nachfolge der beiden. "Wenn der HSV aus dem sportlichen Desaster wenigstens noch Sympathien mitnehmen will, stellt er jetzt zwei Frauen ein", meinte er anlässlich des Weltfrauentags am Donnerstag.

Ein anderer Twitter-User hatte vor allem den finanziellen Aspekt im Auge. Der Vertrag von Jens Todt besitzt noch bis Ende des Jahres Gültigkeit, das Arbeitspapier wurde erst im Dezember bis 2019 verlängert. Beide müssen nun weiterbezahlt werden oder erhalten eine Abfindung. "Sehe ich das richtig, dass der HSV gerade geschätzte zehn Prozent seines künftigen Zweitligaetats in Abfindungen investiert?", fragte Jörg Tegelhütter.

Jakob Elch spielt auf neue Rolle von Finanzchef Frank Wettstein an, der die Aufgaben des operativen Geschäfts vorerst übernimmt.

​​Weitere Reaktionen auf das HSV-Beben:


Bei vielen scheint der Führungswechsel gut anzukommen:

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Verbunden ist das mit einem Appell an Hoffmann und Co., für die geplante Neuausrichtung geeignete Kandidaten zu finden. Für Twitter-User HamCastle braucht es "starke Männer" und spricht dabei sicherlich vielen HSV-Fans aus der Seele.