​Die Zukunft des HSV soll schon heute beginnen - oder besser gesagt die Neuausrichtung nach dem drohenden ersten Bundesliga-Abstieg. Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt müssen gehen. Präsident Bernd Hoffmann ist nun auch Vorsitzender des Aufsichtsrats. Im Interview auf der Vereinshomepage erklärt er die Beweggründe für den radikalen und zum jetzigen Zeitpunkt überraschenden Schritt.


Es war die Hammer-Nachricht am Donnerstagmorgen.​ Der Hamburger SV trennt sich mit sofortiger Wirkung von Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt. Neu-Präsident Bernd Hoffmann will offenbar die Neuausrichtung des Klubs so schnell wie möglich vorantreiben. Der bisherige Finanzvorstand Frank Wettstein übernimmt vorläufig die operative Führung der HSV Fußball AG. Der Aufsichtsrat wählte Hoffmann zudem einstimmig zum neuen Vorsitzenden, nachdem Vorgänger Michael Krall sein Amt zur Verfügung gestellt hatte.


Der frisch gewählte HSV-Präsident und neuer Chef im Aufsichtsrat macht damit Nägel mit Köpfen - schon neun Spieltage vor dem drohenden ersten Bundesliga-Abstieg des Dinos. Der sportliche Führungswechsel wird die Situation um den aktuellen Tabellen-17. nicht mehr ändern können, die Planungen für den Neustart in der zweiten Liga sollen mit neuem Personal sofort beginnen.


In einem Interview auf der ​Vereinshomepage bestätigte Hoffmann diese Beweggründe: "Wir haben die jüngste Vergangenheit intensiv zur Analyse der Gesamtlage genutzt und sind zu der Erkenntnis gelangt, dass wir die Neuausrichtung des HSV jetzt unmittelbar beginnen müssen", so der 55-Jährige.

Dennoch wollte er Bruchhagen nicht als Hauptschuldigen für die Schieflage ausmachen. Eine "Vielzahl von Ursachen und Entwicklungen über Jahre" hätten dazu beigetragen. Bruchhagen sei allerdings zuletzt in der "Hauptverantwortung" gewesen, was er selbst "immer wieder betont" hatte. Die Trennung sei aber nicht im Streit erfolgt.


Durch Wettstein bleibe man "operativ voll handlungsfähig" und wolle nun die Suche nach einem Bruchhagen-Nachfolger beginnen, um eine Strategie zu entwickeln, "die den HSV langfristig stabilisiert und in bessere Zeiten führen soll", erklärte Hoffmann. Man wolle sich dabei Zeit lassen und "kein Datum und auch keine Namen nennen". 


Denn: "Wir müssen mit den Erfahrungen der Vergangenheit und mit dem Blick auf die Zukunft unseres Klubs dahin kommen, dass wir nicht die schnellste oder namhafteste Lösung präsentieren, sondern die richtige", betonte der HSV-Präsident. Ein konkretes Anforderungsprofil soll nun erstellt werden und dann ein "geordneter Prozess" beginnen.