Die Rückkehr zum Erfolg auf Schalke trägt mehrere Namen. In Königsblau stehen wieder echte Typen auf dem Feld. Hinten hält Naldo den Laden dicht, vorne ackert Guido Burgstaller. Dazwischen baut Domenico Tedesco in Daniel Caligiuri auf einen Teamplayer, der spielerische Klasse und Kämpferherz vereint. Der S04-Coach und Manager Christian Heidel geraten beim Deutsch-Italiener ins Schwärmen.


Sportlich läuft es derzeit wieder rund für den FC Schalke 04. Drei Siege in Serie konnten die Knappen zuletzt einfahren und sprangen in der Tabelle damit wieder auf den zweiten Platz, einen Punkt vor dem BVB. Auch wenn das Spiel der Königsblauen nicht immer schön anzuschauen ist, unter Domenico Tedesco kam der Erfolg zurück nach Gelsenkirchen.


Sinnbildlich für die Entwicklung in der laufenden Spielzeit steht Daniel Caligiuri. Der 30-jährige Deutsch-Italiener vereint fußballerische Klasse mit ganz viel Herz und Leidenschaft. Ein Spielertyp, den sie auf Schalke lieben - ähnlich wie Torjäger Guido Burgstaller. Beide wirken auf den ersten Blick manchmal etwas steif und hölzern, ihre Qualität spricht allerdings für sich.


Caligiuri kam im Winterpause der Vorsaison vom VfL Wolfsburg nach Schalke. 2,5 Millionen Euro war S04-Manager Christian Heidel der flexibel einsetzbare Mittelfeldspieler damals wert. "Ich wollte ihn schon von Freiburg nach Mainz holen", verriet Heidel auf der Pressekonferenz am Mittwoch vor der Partie an seiner alten Wirkungsstätte. Bei Caligiuri leuchten dem 54-Jährigen die Augen. "Du brauchst so Teamplayer wie Calli. Du kannst nicht mit elf Künstlern bestehen", schwärmte er.

Künstlerisch wertvoll kann Caligiuri aber durchaus. So gesehen beim ​Auswärtssieg in Leverkusen - ausgerechnet im Zusammenspiel mit Kollege Burgstaller. Der 30-Jährige eroberte sich in der eigenen Hälfte den Ball und spielte einen herrlichen Diagonalball auf den österreichischen Torjäger. Der entledigte sich seinem Gegenspieler ​per feinem Lupfer und schob zur Führung ein.


Wegen solcher Szenen ist er ​aus der Schalker Startelf nicht mehr wegzudenken. In 23 von 25 Bundesligaspielen stand "Calli" in der laufenden Spielzeit in der Anfangsformation. Nur einmal wurde er zur Pause eingewechselt - am dritten Spieltag gegen den VfB Stuttgart. "Zu Beginn war es für Calli nicht einfach, weil wir in unserem System nicht den Flügel so besetzt hatten, wie er es vorher aus Wolfsburg kannte", erinnerte sich Tedesco am Mittwoch zurück. Für Caligiuri war das dank seiner Flexibilität kein nachhaltiges Problem. Längst hat er die Rolle als alleiniger Flügelspieler in Tedescos bevorzugter Formation mit einer Dreier-Abwehrkette verinnerlicht. Meist auf der rechten Seite, in München und gegen Hoffenheim aber auch mal über links.


Drei Tore und sechs Vorlagen sind ein weiterer Beleg für seine Konstanz. Tedesco zählte am Mittwoch weitere Qualitäten auf: "Dynamik, Körperlichkeit und ein ekeliges Spiel sind kennzeichnend für ihn. Er erarbeitet sich verschiedene Situationen, egal, wie wir spielen. Er hat mehrere Vorlagen geliefert, aber vor allem die Art und Weise, wie er antizipiert, ist stark."


Und zum Schluss nannte er auch noch eine weitere Eigenschaft, die den 30-Jährigen zum Knappen-Kämpfer privilegiert: "Er verliert ungerne, was das Zählen im Training schon einmal schwierig macht. Aber das passt schon", berichtete sein Trainer mit einem breiten Grinsen.