Für den HSV ist der bittere Gang in die Zweitklassigkeit kaum mehr abzuwenden. Finanzielle Einsparungen müssten dann her, um die Lizenz zu erhalten. Vorstandsboss Heribert Bruchhagen bestätigt, dass diese auch durch Transfererlöse generiert werden müssten. Neben dem Olympiasieger-Duo ist vor allem André Hahn ein Verkaufskandidat. Ex-Klub FC Augsburg soll bereits die Fühler ausgestreckt haben.


Der HSV steht am Abgrund - spätestens nach dem bitteren 0:0-Unentschieden vom vergangenen Samstag gegen Mainz 05. Der Bundesliga-Dino wird aussterben, darüber sind sich fast alle einig. Nur Trainer Bernd Hollerbach flüchtet sich weiter in seine Durchhaltephrasen-Rhetorik. Doch selbst er spricht angesichts von sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und der Sieglos-Serie seit November von einem "kleinen Wunder", das für den Klassenerhalt nötig sei. Vorstandsboss Heribert Bruchhagen bleibt realistischer.


Mit Abstiegen in die zweite Liga kennt sich der 69-Jährige bereits aus. Zweimal ging es für Eintracht Frankfurt unter ihm in die Zweitklassigkeit (2004 und 2011). Bruchhagen weiß, dass im Unterhaus erhebliche finanzielle Einschnitte nötig sind. "Um die Lizenz zu sichern, werden auch Transfererlöse nötig sein“, wird er deshalb auch von der MoPo zitiert. 


Die Verträge von neun Profis laufen am Ende der Saison aus. Darunter Topverdiener Lewis Holtby, Aron Hunt, Sejad Salihovic, Sven Schipplock, Dennis Diekmeier, Nicolai Müller und Kapitän Gotoku Sakai. Kaum vorstellbar, dass sich der HSV mit einem der genannten auf eine weitere Zusammenarbeit einigt. Diekmeier hatte ein Angebot zur Vertragsverlängerung bereits abgelehnt, der vor dem Comeback stehende Müller wird trotz seines Kreuzbandrisses vom ersten Spieltag bei einem anderen Bundesligisten unterkommen.

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Das Brasilien-Duo Douglas Santos (l.) und Walace (r.) werden in der 2.Liga nicht mehr für den HSV auflaufen


Transfererlöse könnte Hamburg mit dem Verkauf der beiden brasilianischen Olympiasieger erzielen. Walace hätte sich schon im Winter beinahe weggestreikt und dürfte weiterhin auf dem Zettel einiger Klubs aus der Heimat stehen. Der niederländische Spitzenklub PSV Eindhoven ist wohl immer noch heiß auf Linksverteidiger Douglas Santos. Angesichts von zehn Punkten Vorsprung auf Ajax Amsterdam dürfte PSV die Meisterschaft sicher haben und den 23-Jährigen mit der Aussicht auf die Champions League locken. Das Brasilien-Duo soll laut Informationen der Sportbild aber auch einem Wechsel nach Spanien gegenüber offen sein.

André Hahn ist derzeit das dritte Eisen im Ablöse-Feuer. Der 27-jährige Stürmer kam vor der Saison für sechs Millionen Euro aus Gladbach zurück zu seinem einstigen Jugendklub. Im Volkspark konnte er die Hoffnungen mit nur drei Toren in 22 Spielen nicht erfüllen - wie so viele andere vor ihm. Nun könnte er zum FC Augsburg zurückkehren. Dort wo er zwischen Januar 2013 und Sommer 2014 seine besten eineinhalb Jahre der Karriere verbracht hat und mit zwölf Toren und neun Vorlagen in 32 Partien sogar den Sprung ins Nationalteam schaffte. 


Ein konkretes Angebot soll noch nicht vorliegen, die FCA-Verantwortlichen sich intern aber bereits mit einer Rückholaktion beschäftigen. Hahns Vertrag beim HSV läuft noch bis 2021. Ob er Gültigkeit in der zweiten Liga besitzt, ist nach aktuellem Stand nicht bekannt.