Genau 100 Bundesligaspiele lagen zwischen Shawn Parkers 35. und 36. Einsatz im deutschen Oberhaus. Eine schier endlose Leidenszeit ließ den 24-jährigen Mittelstürmer so lange auf sein Comeback im Augsburger Trikot warten. Der FCA hielt zuvor am ehemaligen U21-Nationalspieler fest, der dieses Vertrauen nun zurückzahlen möchte.


Der Name Shawn Parker dürfte bei den meisten Fußball-Fans in Vergessenheit geraten sein. Schließlich war der Stürmer des FC Augsburg genau 1011 Tage von der Bundesliga-Bühne verschwunden. Am 23. Mai 2015 feierte der FCA den ersten Einzug in den Europapokal der Vereinsgeschichte. Parker wurde in seinem 35. Bundesligaspiel eingewechselt und steuerte eine Torvorlage zum 3:1-Sieg in Gladbach bei. Nach der Partie lag er mit Tränen in den Augen auf dem Rasen des Borussia-Parks.


Nicht aus Freude über das Erreichte, sondern weil sich Parker kurz vor Schluss das Kreuzband gerissen hatte. Schon in der Hinrunde seiner ersten Saison bei den Fuggerstädtern hatte der ehemalige U21-Nationalstürmer eine Knieverletzung verschwiegen und musste rund vier Monate pausieren. 1,6 Millionen Euro Ablöse war dem FCA zuvor die Dienste des Mainzer Eigengewächses wert. Die Hoffnungen konnte der Deutsch-Amerikaner aber nie erfüllen.


Stattdessen ging es für Parker weiter nach Nürnberg in die zweite Liga. Augsburg hatte zuvor seinen Vertrag bis 2019 verlängert und ihn danach zum Club ausgeliehen. Doch statt der erhofften Spielpraxis ging die Leidenszeit des 24-Jährigen weiter. Nur sechs Spiele machte er in Nürnberg, 25 Partien verpasste er wegen einer Meniskusverletzung und einer weiteren hartnäckigen Blessur.

1. FC Nuernberg v SpVgg Greuther Fuerth - Second Bundesliga

Während seiner Leihe nach Nürnberg konnte sich Parker (ganz r.) nicht die erhoffte Spielpraxis holen



So ging es vor der aktuellen Spielzeit zurück nach Augsburg, wo er bis zum 21. Spieltag keine Rolle spielte. Gegen Eintracht Frankfurt feierte Parker dann seine Kader-Premiere. Drei Spiele später folgte das Comeback beim ​1:1 in Dortmund. Der schnelle Mittelstürmer wurde in der 77. Minute eingewechselt. "Ich bin einfach dankbar dafür, dass ich nach dieser langen Zeit diesen Einsatz bekommen habe. Meine Aufgabe war es, den einen oder anderen Nadelstich zu setzen. Das Wichtige war, dass wir den Punkt geholt haben“, freute sich Parker.

Eine Woche später durfte er dann bei der ​Heimpleite gegen Hoffenheim sogar gut eine halbe Stunde ran. Geht es nach Parker, soll das aber erst der Anfang gewesen sein. "Ich habe jetzt einen klitzekleinen Schritt gemacht, aber ich weiß, dass das noch nichts ist. Ich versuche tagtäglich dranzubleiben“, sagte er bereits nach dem BVB-Spiel gegenüber der Augsburger Allgemeine. Eines habe er aus der Vergangenheit gelernt: "Das Wichtigste ist, dass man die Geduld nicht verlieren darf". Etwas, dass er auch seinem Klub hoch anrechnet. "Man bekommt hier die nötige Zeit, wenn es mal nicht so läuft. Dieses Vertrauen versuche ich jetzt, dem Verein zurückzuzahlen“, versprach Parker, der zugibt "in der Vergangenheit einiges nicht richtig gemacht" zu haben. 


Nun hofft man bei den bayerischen Schwaben auf einen geläuterten, gereiften Parker. Der versichert: "Ich habe dazugelernt, bin auch an meiner Verletzung gewachsen und weiß jetzt, was ich richtig machen muss.“