​Am Samstag bekam es Borussia Dortmund mit den 'Roten Bullen' aus Deutschland zu tun, am Donnerstag trifft man im Achtelfinale der Europa-League auf den österreichischen Vertreter aus dem Red-Bull-Imperium. Der FC Salzburg - wie der Klub in internationalen Wettbewerben genannt werden muss - scheint auf den ersten Blick ein machbarer Gegner zu sein. Auf den zweiten Blick jedoch, sollte man den österreichischen Meister auf keinen Fall unterschätzen.


"Wäre das keine österreichische Mannschaft, würde man von einem schweren Los sprechen", betonte BVB-Coach Peter Stöger nach der Auslosung. Und der 51-Jährige muss es wissen, kennt er seine Landsleute doch in- und auswendig. Der FC Red Bull Salzburg dominiert die heimische Liga seit der Übernahme des Energy-Riesen. In den letzten elf Jahren wurde RB achtmal Meister, zuletzt fünfmal am Stück.



International allerdings hapert es in der Mozart-Stadt. Die Salzburger scheitern Jahr für Jahr in der Champions-League-Qualifikation und auch in der Europa League kam man nie nennenswert weit. In dieser Saison allerdings erreichte man erstmals seit 2014 wieder das Achtelfinale des Wettbewerbs und schaltete im Sechzehntelfinale den spanischen Vertreter Real Sociedad aus.


Das Team von Marco Rose, das national den sechsten Meistertitel in Folge anpeilt, besteht aus vielen hungrigen Jung-Spielern. In Salzburg steht eine der größten Talenteschmieden Europas. Kein Wunder, dass sich der große Bruder aus Leipzig regelmäßig bedient. Spieler wie Kevin Kampl, Marcel Sabitzer, Naby Keita, Konrad Laimer, Petar Gulacsi oder Stefan Ilsanker wurden allesamt in Salzburg groß. Mit Munas Dabbur, Takumi Minamino oder Diadie Samassekou wächst die nächste Generation heran, die in den kommenden Jahren sicherlich den Sprung in eine Top-Liga schaffen wird. 


RB Salzburg hat eine klare Spielphilosophie, die Coach Marco Rose perfektioniert und seinen Spielern eingeimpft hat. Ähnlich wie Atalanta Bergamo kommt RB über ein starkes und funktionierendes Kollektiv, allerdings mit qualitativ hochwertigeren Individualisten. Der BVB hatte schon gegen den italienischen Klub seine Probleme. Red Bull Salzburg dürfte in dieser Saison eine große Herausforderung werden. Für den BVB wird das Achtelfinale in der Europa League alles andere als ein Selbstläufer. Der Revierklub hat aber das Glück, dass man mit Peter Stöger einen Trainer hat, der den österreichischen Dauer-Champ richtig einzuschätzen weiß.