Dass die Nachwuchsarbeit beim VfL Wolfsburg großgeschrieben wird, ist spätestens seit Maximilian Arnold bekannt. Der 23-jährige Mittelfeldspieler gilt als Pionier und Vorbild für alle aktuellen VfL-Youngster, die im Ausbildungs-Internat der Niedersachsen auf den Sprung in den Profikader der Wölfe hoffen. Einer der Hauptverantwortlichen für die Talententwicklung in Wolfsburg: Nachwuchsleiter Fabian Wohlgemuth.


Gegenüber dem Portal transfermarkt.de äußerte sich Wohlgemuth nun zur wachsenden Bedeutung der Jugendabteilungen. Das Ziel seiner Arbeit sei es, "Spieler für das Topniveau des Profifußballs auszubilden – im besten Falle für die eigene Bundesliga-Mannschaft“. Mit Gian-Luca Itter und Elvis Rexhbeca stehen zwei aktuell zwei Eigengewächse der Wolfsburger vor dem Durchbruch.


"Wir wollen dabei stets unserer Philosophie treu bleiben und nicht jeden Trend mitmachen, der gerade Konjunktur hat“, erklärte Wohlgemuth. Und weiter: "Bei der Suche nach jungen Ausnahme-Spielern werden wir künftig genauer prüfen und so unsere stabilen familiär-orientierten Strukturen noch mehr in den Mittelpunkt stellen."


Als Paradebeispiel eines Jungprofis führt Wohlgemuth natürlich die Erfolgsgeschichte von Maximilian Arnold an. "Er hat sich, obwohl er schon mit 17 sein erstes Bundesligaspiel gemacht hatte, für die U19-Mannschaft unglaublich engagiert, um mit ihr 2013 nochmals Deutscher Meister zu werden. Da war er sich für nichts zu schade", schwärmt Wohlgemuth noch heute. "Er ist durchaus das Gesicht des Vereins und ein Vorbild für unsere Junioren", lobt der 38-Jährige.



Dennoch weiß Wohlgemuth, dass "alles passen muss, damit junge Spieler den Sprung schaffen.“ Der Nachwuchsleiter erklärt weiter: "Im modernen Fußball spielen athletische Voraussetzungen eine größere Rolle als vor zehn oder 20 Jahren.“ Dies führe dazu, dass erst im Alter von 16 oder 17 „seriöse Prognosen abgegeben werden können“.


Als Wettbewerbsvorteil bei der Verpflichtung von jungen Spielern hat Wohlgemuth die Kompetenz der eigenen Scouts und der qualifizierten Ausbildungstrainer ausgemacht. Allerdings räumt er ein: "In erster Linie muss bei einer Verpflichtung trotz aller sportlichen und außersportlichen Aspekte immer der Mensch im Vordergrund stehen. Nach einer detaillierten Einzelprüfung und intensiver Rücksprache mit den Trainern und allen Beteiligten entscheiden wir, ob ein Spieler zu uns kommt oder eben doch nicht.“ Um Spieler dann final von Wolfsburg zu überzeugen, würden sowohl Internat, als auch die Stadt und das nähere Umfeld detailliert vorgestellt.


Den Trend, junge Nachwuchskicker teilweise schon mit 14 Jahren aus dem gewohnten Umfeld zu reißen und entsprechend anzuwerben, sieht Wohlgemuth kritisch. Man müsse aufpassen, „dass der jugendliche Fußballspieler weiter als junger Mensch im Mittelpunkt steht und nicht die wirtschaftlichen Interessen Oberhand gewinnen“. Ist eine Verpflichtung aus "pädagogischen Gründen“ nicht vertretbar, nehme der VfL Abstand hiervon, erklärte Wohlgemuth.