David Alaba nähert sich unter Jupp Heynckes wieder der Form vergangener Triple-Tage. Beim FC Bayern will der 25-Jährige in eine Führungsrolle schlüpfen - sich selbst sieht er als einen der besten Linksverteidiger der Welt. Gedanken über den nächsten Schritt in seiner Karriere mache er sich derzeit aber nicht. Ob er diesen in München geht, ließ er offen.


Im Sommer ist David Alaba seit zehn Jahren beim FC Bayern München. Dann wird der österreichische Nationalspieler 26 Jahre alt. 2008 kam er an die Säbener Straße. Über die U19 und die zweite Mannschaft schaffte Alaba den Sprung zu den Profis. Nach einer halbjährigen Leihe zu 1899 Hoffenheim kehrte er zum Rekordmeister zurück und entwickelte sich hinten links zu einem der besten Außenverteidiger der Welt.


2013 folgte der vorläufige Höhepunkt mit dem Triple-Gewinn. In der jüngsten Vergangenheit lief es dann aber nicht mehr so kometenhaft nach oben für den gebürtigen Wiener. Viele kleinere Blessuren brachten Alaba aus dem Rhythmus und um die gewohnte ​Konstanz auf Weltklasse-Niveau. "Da war eine Muskelverletzung und der Bänderriss im Sprunggelenk, nachdem ich vielleicht auch ein bisschen zu früh wieder begonnen habe, zu spielen", gibt Alaba im Gespräch mit dem österreichischen Boulevard-Blatt ​Kurier zu. Das seien Faktoren gewesen, die ihn behindert haben. Nun fühle er sich aber wieder gut. "Ich bewege mich wieder zu meinen 100 Prozent", glaubt er.

Dann ist Alaba auch selbstbewusst genug, um sich auf der Position des Linksverteidigers "vielleicht auch zu den Besten auf der Welt" zu zählen. Mit Mitte 20 gehöre er zwar nicht mehr zu den Talenten, weiterentwickeln will er sich dennoch: "Ich möchte in jedem Bereich besser werden. Auch, weil sich der Fußball weiterentwickelt. Dementsprechend muss man sich anpassen", findet er. "Ich glaube, dass der Fußball noch einmal schneller geworden ist. Dass das Niveau noch einmal höher und die Qualität noch einmal besser geworden ist. Man darf sich immer weniger Fehler erlauben. Es wird auch schneller umgeschaltet", glaubt Alaba.


Führungsanspruch im Bayern-Team - Zukunft offen


Seine lockere Art will er sich beibehalten. "Ich werde immer ein Kind sein", sagt er. "Innerlich." Und dennoch: reifer, sei er geworden und würde die Dinge anders bewerten "als noch vor ein paar Jahren". Heißt, Alaba will beim Rekordmeister in die Rolle des Führungsspielers hineinwachsen. Er sei in einem Alter, "wo ich jetzt in meiner Karriere den nächsten Schritt machen möchte". Seine Erfahrung weiterzugeben und in eine Führungsrolle schlüpfen sei dabei der Anspruch von ihm selbst und des Vereins. 


Weit in die Zukunft vorausblicken will Alaba allerdings nicht. Er setzte sich ausschließlich kurzfristige Ziele. "Wo ich mich in fünf Jahren sehe, ist schwierig zu sagen. Ich weiß ja auch, wie schnell es im Fußball gehen kann", lässt er einen Verbleib in München offen. Sein Vertrag bei den Bayern läuft noch bis 2021. "Ich fühle mich nach wie vor sehr wohl hier", bekräftig er. "Ich kann mir aber auch vorstellen, einen anderen Weg zu gehen, den nächsten Schritt zu machen oder mir eine neue Herausforderung zu suchen", schränkt Alaba ein. Die Entscheidung über den weiteren Verlauf seiner Karriere wolle er sich offen lassen. Dafür sei bei den aktuellen Saisonzielen kein Platz, versichert Alaba.