Er läuft und läuft und läuft. Maximilian Eggestein ist die Arbeitsbiene bei Werder Bremen. Oft unauffällig, aber enorm wertvoll für das Spiel der Grün-Weißen agiert das Eigengewächs meist halb rechts in Bremens Dreier-Mittelfeldreihe. Nach der Aufholjagd in Gladbach sprach Eggestein-Fan Florian Kohfeldt ein "absolutes Sonderlob" für den 21-Jährigen aus. Eigentlich völlig untypisch für den Werder-Coach.


Trainer-Augen sehen oftmals anders als Zuschauer und Fans. So ähnlich war es auch bei ​Werders Aufholjagd in Gladbach. Der Tabellen-14. schaffte am Freitagabend im Borussia-Park nach 2:0-Rückstand noch einen Punktgewinn. Der Mann des Abends war für Werder-Coach Florian Kohfeldt Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein.


Der wurde im Schneefall von Gladbach vor allem in zwei Szenen auffällig. In der 52. Minute bekam er den Ball aus nächster Distanz an die Hand geköpft - nach Bewertung der Bilder entschied Schiedsrichter Benjamin Cortus auf unabsichtliches Handspiel und folglich nicht auf Strafstoß. Zwölf Minuten vor Schluss leitete das Werder-Eigengewächs mit einer flachen Hereingabe den umjubelten ​2:2-Ausgleich durch Joker Aron Johannsson ein.


Ansonsten blieb Eggestein unauffällig, hatte nur 33 Ballaktionen und brachte durchschnittliche 75 Prozent seiner 24 Pässe zum Mitspieler. Seine Zweikampfquote war mit nur 18 Prozent gewonnener Duelle schwach. Dennoch wollte ihm Kohfeldt im Anschluss "ein absolutes Sonderlob aussprechen". Das Urteil des Werder-Coaches war wohl vor allem auf die überragende Laufleistung gemünzt. Eggestein spulte 13,1 Kilometer ab und war damit lauffreudigster Akteur auf dem Platz. "Was der heute abgerissen hat im Mittelfeld - und dann bereitet er auch noch das Tor mit vor! Es ist einfach eine Wohltat, mit einem Spieler mit einer so hohen taktischen Intelligenz zusammenzuarbeiten“, schwärmte Kohfeldt gegenüber Deichstube.

Eggestein ist Werders Dauerläufer im Mittelfeld. Regelmäßig führt er die Liste der lauffreudigsten Spieler an. In der laufenden Spielzeit sind seine 14,01 Kilometer in Leverkusen ligaweit Top-Wert. Beim BVB ackerte Eggestein 13,74 Kilometer - Anfang Dezember fiel er mit dem Führungstreffer beim 2:1-Sieg auf.


​Nun wollte ihm Kohfeldt ein Sonderlob ausstellen, das nicht nur in seiner Leistung in Gladbach begründet sein dürfte. "Ich mache das sonst nie, aber diesmal hebe ich ihn heraus. Das war richtig, richtig gut.“ Seit Kohfeldt an der Seitenlinie steht, stand Eggestein immer in Werders Anfangsformation und wurde nur zweimal vorzeitig ausgewechselt. Es zeigt, welche Bedeutung er im Dreier-Mittelfeld der Hanseaten besitzt. Vor allem wegen seines enormen Arbeitseifers und, wie Kohfeldt sagt, der "hohen taktischen Intelligenz".