​Der VfB Stuttgart tat im Spiel beim 1. FC Köln insbesondere in der ersten Halbzeit eigentlich alles dafür, dass die Siegesserie von Tayfun Korkut reißt. Am Ende verließen die Schwaben jedoch schon wieder als Sieger den Rasen - und wussten wohl selber nicht warum. Der Abstand zum Tabellenkeller wird somit immer größer und manch einer wagt bereits einen Blick nach oben.


Der Aufsteiger bleibt auch nach dem 25. Spieltag die Mannschaft der Stunde und konnte unter dem neuen Mann auf der Trainerbank in fünf Spielen sensationelle 13 Punkte einfahren. Dabei spielte der Aufsteiger zwar nicht immer schön, aber dafür extrem effektiv. Auch beim ​Sieg gegen den 'Effzeh' machten die Stuttgarter aus wenig Chancen drei Tore.


Beim knappen Erfolg gegen das Tabellenschlusslicht offenbarte das Team von Trainer Tayfun Korkut dennoch vor allem in der ersten Halbzeit ungewohnte Lücken in der Defensive. FC-Trainer Stefan Ruthenbeck hatte sein Team exzellent auf den Gegner eingestellt und dem VfB in der ersten Halbzeit dadurch den Zahn gezogen.

Doch am Ende des Tages zählen Punkte und so kletterten die Schwaben nach dem wichtigen Auswärtsdreier zum erst dritten Mal in dieser Saison auf einen einstelligen Tabellenplatz. Wie überall sonst wecken Erfolge auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Begehrlichkeiten, schließlich liegt man dank der Siegesserie nun bereits acht Punkte vor dem Relegationsplatz und nur zwei Zähler hinter Platz sieben. Geht man davon aus, dass die Bayern in dieser Saison den DFB-Pokal holen, würde diese Platzierung die Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation bedeuten.


Dennoch sollte man in Stuttgart die Kirche im Dorf lassen und weiter von Spiel zu Spiel denken. ​Der Klassenerhalt bleibt auch weiterhin das einzige Ziel und angesichts der schwachen Ergebnisse im vergangen Dezember und Januar tun die Verantwortlichen und Anhänger des VfB gut daran mit ihrer derzeitigen Situation demütig umzugehen.


Dass die Stuttgarter durch vier Siege in Folge von der roten Zone der Liga bis hin zu europäischen Gefilden klettern konnten, ist ein weiteres Zeichen für die Ausgeglichenheit der Liga und liefert im Umkehrschluss auch die beste Warnung für vermeintliche Höhenflüge. Am kommenden Sonntag empfängt der VfB zuhause RB Leipzig. Gegen das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl bedarf es einer deutlichen Leistungssteigerung, um nicht mit aller Wucht auf dem Boden der Tatsachen aufzuschlagen.