Nach außen gibt sich Max Meyer betont gelassen. Er wolle erst am 20. März bekannt geben, ob er seinen auslaufenden Vertrag auf Schalke verlängert. Zuvor kritisierte Meyers Berater das Schalker Vorgehen scharf. Der Konter von Manager Christian Heidel ließ nicht lange auf sich warten. Dessen Geduld neigt sich dem Ende. Derweil buhlt ein weiterer Top-Klub um Meyers Gunst.


Wie geht es weiter mit Max Meyer und dem FC Schalke 04. Nach dem abgelehnten Angebot zur Vertragsverlängerung hat die Beziehung des 22-Jährigen mit seinem Jugendklub stark gelitten. Auslöser ist Meyers Berater Roger Wittmann, der sich vor dem ​1:0-Sieg gegen ​Hertha über das ​Vorgehen der Schalker beschwert hatte: "Zwei E-Mails reichen nicht, um einen Schalker Jung vom Verbleib zu überzeugen“, kritisierte er S04-Manager Christian Heidel.


Der wollte das ​nicht auf sich sitzen lassen und konterte, er kenne Berater, die für zwei E-Mails Millionen kassieren würden. "Ich möchte in der Öffentlichkeit nicht darüber reden, weil ich glaube, dass es auch nicht gut ist für Max - und für die Sache auch nicht. Die Millionen waren jetzt nicht auf Herrn Wittmann bezogen. Das war allgemein gehalten“, wollte Heidel nach dem Sprung auf Platz zwei die Situation beruhigen. 


Ganz gelungen scheint das aber nicht. Meyer ist wohl weiter enttäuscht darüber, dass er nach seinem Empfinden weniger respektvoll behandelt werde, als zuvor Leon Goretzka. Beim Confed-Cup-Sieger schaltete sich Aufsichtsratschef Clemens Tönnies persönlich ein, um ihn von einem Verbleib auf Schalke zu überzeugen. In der Öffentlichkeit gibt sich Meyer dennoch betont gelassen. "Ich wollte mich bei meiner Entscheidung nicht unter Druck setzen lassen. Es gibt aktuell noch keinen neuen Stand, ich bitte da um Geduld. Ich habe immer gesagt, dass es eine Entscheidung nach dem Winter geben wird. Ich behalte das Datum 20. März bei“, begründet sein Zögern. 

Heidel nimmt das zähneknirschend wahr. "Es waren fünf Wochen, um sich das alles in Ruhe zu überlegen. Wir hätten auch bei Leon Goretzka nicht akzeptiert, dass er sich irgendwann vielleicht im April entscheidet. Weil wir ja auch für uns entscheiden und planen müssen. Mein Trainer, der dreht durch“, bekräftigt er gegenüber ​Reviersport. Er sei völlig emotionslos "und auch nicht böse", sollte sich Meyer für einen Wechsel entscheiden. "Es ist völlig legitim, dass Max das Angebot abgelehnt hat. Das bedeutet nur, dass wir uns an dieses Angebot nicht mehr gebunden fühlen", so Heidel.


Es könne sein, dass Schalke 04 bald sage: "Okay, jetzt haben wir etwas anderes gefunden. Und dann geht es eben nicht mehr“, schickt der 54-Jährige hinterher. "Max spielt eine gute Saison, das will keiner hier leugnen. Aber mir kommt es ein bisschen zu kurz, dass es hier auch um Schalke 04 geht. Denn wir haben einiges zu bieten. Aber momentan habe ich so den Eindruck, dass es in die Richtung gehen soll: Schalke 04 sitzt da und zittert von morgens bis abends, ob ein Spieler den Vertrag verlängert“, bekundet er seinen Unmut. 


Bis zum 20. März wird sich Heidel aber wohl weiter gedulden müssen. Meyer hat weiter viele Optionen - gegen die Hertha saßen laut eines Berichts der ​Bild Scouts von Atletico Madrid auf der Tribüne. Neben den Spaniern gelten weiterhin Klubs aus der Premier League stark am ablösefreien Meyer interessiert. Vor allem der FC Arsenal soll seine Fühler ausgestreckt haben.

Bei den Gunners dürfte Meyer im kommenden Jahr aber wohl nur in der Europa League an. Auf Schalke winkt dagegen die Champions League. "Auch wir haben hier sehr, sehr viel zu bieten, und das ist nicht nur Geld“, betont Heidel auch deshalb. Ganz ohne Emotionen - das kann Schalkes Manager in der Causa Meyer auch nicht.