Für den 1. FC Köln wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner. Angesichts von nun acht Punkten Rückstand auf Relegationsrang 16 müsste schon so einiges passieren, damit die Domstädter den Gang in die Zweitklassigkeit doch noch verhindern können. Nach dem unglücklichen 2:3 gegen den VfB Stuttgart gibt es dennoch einige Lichtblicke.


Die Art und Weise, mit der der 1. FC Köln allen voran in den ersten 45 Minuten die schwäbischen Gäste bespielte, erinnerte mehr an einen Europapokal-Aspiranten, denn an einen Abstiegskandidaten. „Es ist nicht selbstverständlich, dass der 18. so einen Ballbesitz-orientieren Fußball spielt. Dafür ein großes Kompliment an die Mannschaft“, gab entsprechend auch Trainer Stefan Ruthenbeck zu Protokoll.


Für die frühe Kölner Führung sorgte Routinier Claudio Pizarro, der trotz seiner inzwischen 39 Jahre nur wenig von der Magie verloren hat, die ihn schon vor fünfzehn Jahren im Strafraum auszeichnete. Klar, Pizarro ist kein Mann mehr für die volle Distanz und wurde auch gegen Stuttgart nach gut einer Stunde ausgewechselt, doch die Ausstrahlung und das Selbstbewusstsein des Peruaners könnten noch Gold wert sein für eine Mannschaft, die immer wieder tiefe Nackenschläge wegstecken muss.


Im zentralen Mittelfeld sorgte Neuzugang Vincent Koziello einmal mehr für Lichtblicke: Der Neuzugang aus Nizza spielte eine Woche nach seinem Galaauftritt von Leipzig erneut stark, gewann viele Zweikämpfe und wusste auch offensiv für Nadelstiche zu sorgen. Seine mustergültige Vorlage Mitte der ersten Halbzeit konnte Simon Terodde zwar nicht zum 2:0 für die Geißböcke nutzen, doch Koziello ist definitiv ein Mann, an dem der FC noch viel Freude haben wird.


Die aktuelle Lage ist natürlich fast aussichtslos. Acht Punkte Rückstand, noch neun Spiele vor der Brust. Doch wenn einer Mannschaft das Wunder zuzutrauen ist, dann der Ruthenbeck-Elf. Eine Mannschaft, die sich bislang noch immer aufraffen konnte. Die die gefühlt verlorenen Punkte gegen Hannover mit einem Auswärtssieg bei RB Leipzig wieder reinholte. Die von Woche zu Woche besser wird und spielerisch den Abstiegskontrahenten aus Mainz, Hamburg oder Wolfsburg um Längen voraus ist. Und eine Mannschaft, die an sich glaubt, auch wenn außerhalb Kölns kaum noch jemand mit den Geißböcken rechnet. Doch wie pflegt der Kölner zu sagen: „Et hätt noch emmer joot jejange.“