Marius Wolf ist in dieser Saison einer der Senkrechtstarter. Doch die Erfolgswelle, die er derzeit reitet, kommt nicht von ungefähr. Harte Arbeit und viel Akribie stecken dahinter. Vor allem, weil es noch in seiner Zeit bei Hannover 96 so gar nicht rund lief.


1,5 Millionen Euro zahlte Hannover 96 im Winter 2016 für Marius Wolf an 1860 München. Dem gebürtig aus Coburg stammenden Oberfranken wurde es am Maschsee aber nicht immer einfach gemacht. Unter dem damaligen Trainer Daniel Stendel kam Wolf kaum zum Zug und wurde nach der Sommervorbereitung sogar zu den Amateuren abgeschoben.


"Am Anfang war das schwer. Ich dachte viel nach: Was hast du falsch gemacht? Hast du zu wenig getan? Was kannst du ändern?“, so Wolf im kicker. Ans Aufgeben dachte der Angreifer jedoch nicht. "Ich wusste, dass ich meine Chance bekommen würde, wenn ich Vollgas gebe.“ ​Vor gut einem Jahr verschlug es ihn schließlich zu Eintracht Frankfurt.

VfB Stuttgart v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

Im Aufwind: Marius Wolf 


Doch auch in Hessen blieb Wolf vorerst nicht von Rückschlägen verschont. Der 22-Jährige zog sich eine schwere Schulterverletzung zu, die eine Operation nach sich zog: wieder wochenlange Pause. Doch auch hier bewies Wolf Kämpferherz. Seit seinem Wechsel nach Frankfurt hat er sechs Kilo Muskelmasse aufgebaut und wiegt bei 1,87 Meter Körpergröße inzwischen 80 Kilogramm.


"Der Sommer war hart“, gibt Wolf zu. „Ich habe komplett auf meinen Urlaub verzichtet und an mir gearbeitet.“ Hervorzuheben ist neben seiner Mentalität die Polyvalenz. Eintracht-Coach Niko Kovac lässt Wolf sowohl auf der rechten Außenbahn, als hängende Spitze oder auf der Achter-Position ran. ​Mitspieler Kevin-Prince Boateng schwärmte kürzlich: „Für ihn gibt es keinen Halt. Wenn der nicht Nationalspieler wird, höre ich mit Fußball auf.“