Gegen Mainz 05 verpasste der HSV seine wohl letzte Chance im Abstiegskampf. "Sieglos-Trainer" Bernd Hollerbach setzte gegen die Rheinhessen überraschend auf Sven Schipplock. Der "Torjäger außer Dienst" machte zwar eine ordentliche Partie, blieb im Abschluss aber gewohnt glücklos. Für Mario Basler hat der 29-Jährige ohnehin kein Bundesliganiveau.


Der HSV "verliert" im Abstiegs-Endspiel zuhause ​gegen dezimierte Mainzer mit 0:0. Der erste ​Bundesliga-Abstieg rückt mit sieben Zählern Rückstand vor den verbleibenden neun Partien immer näher. Das mussten auch die HSV-Verantwortlichen nach dem torlosen Remis gegen Mainz 05 zugeben. "Wir sind realistisch genug, um zu wissen, dass wir hätten gewinnen müssen. Jetzt wird es sehr, sehr, sehr schwierig“, sagte HSV-Stürmer Sven Schipplock, nach der erneuten Enttäuschung.


Der Torjäger außer Dienst stand gegen die Rheinhessen überraschend in der Startelf - erst zum zweiten Mal in dieser Saison. Zuvor durfte er nur am vierten Spieltag beim 0:2 in Hannover von Beginn an ran. "Der Trainer hat mir beim Spaziergang am Morgen gesagt, dass ich spiele. Es war nicht abzusehen", erklärte der 29-Jährige gegenüber der MoPo


Fast hätte die Maßnahme von HSV-Trainer Bernd Hollerbach gefruchtet. Schipplock hatte in der Anfangsphase eine große Torchance, die vom Bundesliga-Debütanten im Mainzer Tor Florian Müller aber entschärft wurde. Beim zurecht wegen Abseits annullierten Tor von Filip Kostic bereitete Schipplock stark mit der Hacke vor. "Ich habe alles gegeben. Es hat leider nicht gereicht“, meinte der 29-Jährige zu seinem Auftritt. "Es war alles da - nur das Tor hat gefehlt“, haderte er.


Schipplock für Basler "kein Bundesligaspieler"


Ohne diesen erlösenden Treffer ließ der Hohn für Schipplock und den HSV nicht lange auf sich warten. Spötter konnten behaupten, der "Sieglos-Trainer" hatte auf den "Torlos-Torjäger" gesetzt. Während Bernd Hollerbach mit den Würzburger Kickers und dem HSV seit 23 Spielen auf einen Sieg wartet, hat Schipplock in 31 Pflichtspielen für die Rothosen noch kein Tor erzielen können. Hollerbachs letzter Erfolg datiert vom 18. Dezember 2016 - Schipplock hatte zuletzt im Trikot von Darmstadt 98 am 20. Mai vergangenen Jahres treffen können.


Mario Basler legte im Sport1-Talk 'Doppelpass' den Finger in die Wunde. Für den Europameister von 1996 und Bundesliga-Torschützenkönig aus der Saison 1994/95 sei "der Schipplock kein Bundesligaspieler. Der kann bei einer guten Zweitliga-Mannschaft spielen, aber das ist doch kein Stürmer für den HSV - für eine Mannschaft, für eine Stadt, die eigentlich viel weiter oben sein müsste. Den kannst du zehnmal allein aufs Tor laufen lassen, wenn er Glück hat, macht er einen rein."

Die Tor-Statistik spricht eindeutig für die knallharten Worte von Basler. Allerdings ist das im Bezug auf das Spiel gegen Mainz nur die halbe Wahrheit. Schipplock war sehr aktiv, sich für keinen Zweikampf zu schade und machte insgesamt eine ordentliche Partie. Seine Großchance in den Anfangsminuten wurde vom Mainzer Schlussmann Müller überragend vereitelt. 


Rückendeckung bekam er auch von Hoffenheims U19-Co-Trainer und Spielanalyst Jens Schuster. Der 40-Jährige ist bekannt für seine Analysen, gerade was das Offensivspiel betrifft. Schuster will sachlich gegen die Aussagen von Basler argumentieren. Über seinen Twitter-Account präsentiert er die seiner Meinung nach hervorragende Szene von Schipplock bei seiner Großchance.

Vom Freilaufverhalten bis zum Abschluss habe der 29-Jährige in dieser Szene alles richtig gemacht. Bis zum Torschuss mag das auch durchaus stimmen - allein nützen tut das dem HSV nichts. Das Mainzer Gehäuse blieb auch in der Folge wie vernagelt und der ​Bundesliga-Dino taumelt seinem ersten Abstieg entgegen