Ein Bild mit Symbolcharakter: Timo Horn lässt sich auf den Rasen im Rheinenenergietadion fallen. Der Kölner Schlussmann patzte gegen Aufsteiger VfB Stuttgart folgenschwer und leitete so die Niederlage der Geißböcke ein. Die Hoffnungen auf den Klassenerhalt schwinden damit beträchtlich - Horn war nach dem Spiel fassungslos über seinen Fehler.


​Aus der Traum vom "Wunder Klassenerhalt". In Köln herrscht nach der ​bitteren 2:3-Heimpleite gegen den VfB Stuttgart Katerstimmung. Acht Punkte in neun Spielen müsste der FC aufholen - selbst die größten Optimisten müssen die Hoffnung auf den Liga-Verbleib langsam aber sicher aufgeben.


Timo Horn traf die Niederlage gegen den Aufsteiger besonders hart. Als echter "Kölsche Jung", und FC-Eigengewächs patzte der Schlussmann beim zweiten Treffer folgenschwer und sah auch beim dritten VfB-Tor nicht gut aus. Ausgerechnet Horn könnte man sagen. Auf den 24-Jährigen war in dieser Saison, trotz der sportlichen Talfahrt, immer Verlass. Horn ist der konstanteste Spieler bei den Geißböcken. Gegen den VfB unterliefen ihm aber ungewohnte Fehler.

Der Doppelschlag der Gäste kurz vor der Pause war der Knackpunkt der Partie. Die Kölner hatten zuvor das Spiel im Griff und gingen durch Claudio Pizarros ersten (regulären) Treffer im FC-Trikot früh in Führung. Der 39-jährige Peruaner ist damit der viertälteste Bundesliga-Torschütze der Historie. 


Die Freude währte allerdings nur bis kurz vor dem Seitenwechsel. Beim Ausgleich von Mario Gomez war Horn noch machtlos - als alle schon gedanklich beim Pausentee waren, ließ er einen harmlosen Schuss des Nationalstürmers über die Finger gleiten und der VfB ging aus heiterem Himmel in Führung.


Fassungslos hob Horn nach dem 1:2 die Arme über den Kopf. Im Moment des Stuttgarter Jubels sorgte VfB-Stürmer Daniel Ginzeck aber für eine äußerst Faire Geste. Statt den Führungstreffer seines Teams euphorisch zu feiern, ging Ginzeck zu Horn und zeigte Mitgefühl.

Der Köln-Keeper war nach der Partie dennoch untröstlich. "Es tut mir unfassbar leid", entschuldigte er sich bei allen, die es mit dem FC halten. "Ich weiß nicht, wann mir so was zuletzt passiert ist", meinte der 24-Jährige zu seinem Fehler zum 1:2. Ausreden für seinen Patzer wollte Horn nicht suchen. Der Schlussmann ging hart mit sich ins Gericht: "Das war natürlich ein Ball, den ich im Schlaf halten muss. Das ist halt der Klassiker: Der Ball titscht einmal vorher auf. Wenn man dann nicht richtig zupackt und der Ball leicht verspringt, dann ist er drin", erklärte er. In so einer Situation sei "so ein Ding" einfach "brutal". Als Tabellenletzter dürften seinem Team eigentlich keine Fehler passieren. "Deswegen ist man umso enttäuschter und umso mehr tut es einem leid."


Doppelt bitter war der Pausen-Rückstand nach der starken Vorstellung in Durchgang eins. Für Horn sogar "die besten 44 Minuten dieser Saison". Die Gäste hätten dann aber aus zwei "eigentlich ungefährlichen Situationen" getroffen. In der zweiten Halbzeit gelang den Kölnern nicht mehr viel. Man habe zwar alles versucht, aber nach den Nackenschlägen kurz vor dem Seitenwechsel habe nicht mehr alles so gut funktioniert. 


Beim 3:1 durch VfB-Rechtsverteidiger Andreas Beck nach knapp einer Stunde machte Horn erneut eine unglückliche Figur. Das Spiel war damit praktisch gelaufen. Und das, obwohl "Stuttgart heute auf keinen Fall die bessere Mannschaft" gewesen sei. "Das Spiel hätten wir im Schlaf gewinnen müssen”, haderte Horn.